Die Ölpreise konnten sich in den vergangenen Woche von dem Preissturz der vergangenen Woche erholen und die Verluste nahezu vollständig wettmachen. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 47,7 US-Dollar/Barrel. Getragen wurde die Preisentwicklung durch Fortschritte beim Öllagerabbau in den USA und der Erwartung einer steigenden Nachfrage während der Sommermonate. Zwar gab es in dieser Woche einen marginalen Aufbau der Rohölvorräte um 100 Tsd. Barrel/Tag, was vor allem aber einen Abbau bei der staatlich kontrollierten Ölreserven (SPR) geschuldet ist. Dagegen gab es einen erneuten kräftigen Abbau der Benzinvorräte, was bereits ein Vorgeschmack auf die Sommerfahrsaison geben dürfte und auch Spiegelbild einer nun höheren Nachfrage in den USA ist, nachdem diese in den vergangenen Wochen hinter den Erwartungen zurückblieb.
Die Verlängerung der Produktionskürzungen der OPEC-Staaten und Russland um weitere neun Monate wird die OECD-Ölvorräte bis Anfang 2018 nahezu normalisieren. Allerdings sehen wir Risiken für einen erneuten Angebotsüberschuss Mitte nächsten Jahres, wenn die OPEC-Staaten und Russland die eigenen (wachsenden) Kapazitäten stärker auslasten zu versuchen. Hinzu kommt das bis heute ungezügeltes Wachstum der US-Schieferölindustrie. Ein erneutes Überangebot dürfte die Preise im kommenden Jahr nachhaltiger auf Talfahrt schicken als wie wir es in den vergangenen Wochen beobachtet haben. Daher stellt sich die berechtigte Frage, wie die OPEC diesen Boom-Bust-Zyklus vermeiden und sowohl fiskalische Stabilität als auch steigende Einnahmen durch Marktanteilsgewinne erzielen? Wir glauben die Antwort liegt in einer Marktsituation bei der die Terminkurve (nachhaltig) ein Gefälle aufweist, d.h. Spotpreise > Preise auf der Terminkurve, und wird als Backwardation bezeichnet. Backwardation erschwert es der US-Schieferölindustrie die Produktion im Voraus zu höheren Preisen als den gegenwärtigen Spotpreisen abzusichern, womit ein Verlust von Hedging-Gewinnen einhergeht. Dies erschwert den US-Schieferölförderern den Zugang zu Pools von Private Equity und High-Yield-Kreditkapital zu erhalten, was durchaus zu „Financial Stress“-Situationen führen könnte und die Produktion gedrosselt werden muss. In unseren Augen dürften die Preisrückgänge im März, April, Anfang Mai und nach der OPEC-Sitzung und dem parallelen Rückgang in den langfristigen Ölpreisen (3 Jahre und mehr) auf 49-50 US-Dollar/Barrel dies nun erreichen. Sollten die Ölpreise tatsächlich über die Sommermonate aufgrund eines sich weiter beschleunigenden Lagerabbaus sich bei Preisen von 53-56 US-Dollar/Barrel stabilisieren, dürfte sich die Marktsituation tatsächlich umkehren und in Backwardation übergehen. Dies in Kombination mit einer erwarten zyklischen Kosteninflation in 2017 (ca. 10-15 % vs. Strukturelle Kostendeflation i.H.v. 3-5 %), welche den Wachstumspfad von Schieferöl zusätzlich abflachen könnte. Diese wird jedoch nicht ausreichend hoch sein, n hierfür keine ausreichende Inflation, um die geforderte Abschwächung im kommenden Jahr zu erreichen.
Wir glauben, dass dies für Finanzanleger eine nachhaltige Backwardation eine sehr attraktive Gelegenheit für Finanzanleger bietet in Rohstoffe zu investieren. Wichtig hierbei ist allerdings anzumerken, dass die Renditen hierbei nicht durch besonders stark ansteigende Preise für den jeweiligen Rohstoff zustande kommen, sondern durch die Form der Terminkurve. Ist die Kurve in Backwardation erzielen Anleger Rollgewinne. Die dadurch erzielbare Rendite ist dabei sogar höher als die Gewinne aus reinen Preisanstiegen. Gegenwärtig sind die Marktbedingungen noch nicht ausgereift. Allerdings mit einer weiteren Erholung der Preise in den kommenden Wochen rückt dies näher.
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