Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro in der vergangenen Berichtswoche um 2,3 % ab und EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,1426. Es waren vor allem die Aussagen von Mario Draghi, die ein hawkisches Signal aussendeten und somit den Euro stärkten. Beim EZB-Forum im portugiesischen Sintra ließ der EZB-Chef nämlich verlauten, dass die derzeitige Inflationsrate zum größten Teil von temporären Faktoren ausgebremst wird und, dass reflationäre Kräfte die deflationären Tendenzen ersetzen würden. Darüber hinaus sendeten auch die Konjunkturdaten aus der EU freundliche Signale. Unter anderem konnte der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex mit 115,1 Punkten den bereits starken Wert aus dem Vormonat übertreffen. Für den US-Dollar lief es konjunkturell weniger gut, da die US-amerikanischen Auftragseingänge im Mai schlechter ausfielen als erwartet (-1,1 %, Bloombergkonsens: -0,6 %).
Vor dem Hintergrund, dass die US-Inflation zuletzt nachgab, dürften Anleger in den nächsten Tagen besonders auf die Bekanntgabe des für die Fed wichtigen PCE Deflators (30.06.) schauen. Auch der deutsche Verbraucherpreisindex steht heute im Blickpunkt. US-Arbeitsmarktdaten (07.07.) und die ISM-Indizes sind weitere Indikatoren mit Marktbewegungspotenzial. Schließlich könnte das G-20 Gipfeltreffen (07.07.) für neue politische Spannungen sorgen und den Devisenkurs beeinflussen.
USD/JPY legte in der vergangenen Woche um 1,2 % auf 112,36 zu. Unter der Woche hatten sich mehrere FOMC- Mitglieder besorgt über die US-Inflation geäußert. Einzig Fed-Chefin Yellen nahm den Wind aus den Segeln und zeigte sich zuversichtlich, was die geldpolitische Vorgehensweise der Fed angeht. Konjunkturell befanden sich die US-PMI-Daten erneut auf einem stabilen Niveau, wovon der Dollar profierte. Politisch dürfte die Katarkrise bereits eingepreist sein, wodurch keine Risk-Off Bewegungen zugunsten des Yens zu verzeichnen waren. Für den Yen dürfte außerdem morgen das Erscheinen der japanischen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten (30.06.) interessant werden.
EUR/GBP notiert aktuell bei 0,8806 und bleibt damit zur vorigen Berichtswoche nahezu unverändert. Die Unterzeichnung des Regierungsabkommens in Großbritannien zwischen der Conservative Party und der nordirischen DUP bewegte das Pfund Sterling nicht. Für wesentliche Kursschwankungen in den letzten Tagen sorgten dagegen die Reden der jeweiligen Notenbank-Präsidenten, Mario Draghi (EZB) und Mark Carney (BoE), während einer Zentralbankkonferenz im portugiesischen Sintra. Durch die Rede Draghis war das Devisenpaar EUR/GBP auf das höchste Niveau seit Beginn des Jahres gestiegen. Marktteilnehmer werteten Draghis Worte zur guten konjunkturellen Lage in der Eurozone und seinen Optimismus bezüglich des Erreichens des Inflationsziels als Hinweis auf eine baldige Straffung der Geldpolitik. Am Mittwoch relativierte der Vizechef der EZB, Viktor Constânzio, die Aussage und meinte, dass Draghis Rede nicht fundamental von früheren Aussagen abweiche. Wahrscheinlicher wurde dagegen eine geldpolitische Wende bei der Bank of England. BoE-Gouverneur Mark Carney stellte fest, dass es angesichts der steigenden Kapazitätsauslastung notwendig werden könnte, den Leitzins anzuheben. Das solle in den kommenden Wochen debattiert werden. In Anbetracht der politischen Unsicherheit (Brexit-Verhandlungen, Wahlausgang der Parlamentswahl) sowie zuletzt schwacher Wachstumszahlen (BIP Q1 0,2 %, QoQ) käme ein Zinsschritt der BoE überraschend.
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