Wahlausgang in Großbritannien schwächt das Pfund. EZB-Sitzung tangiert die Wechselkurse trotz Änderung der Forward Guidance kaum. Leitzinserhöhung der Fed sorgt lediglich für kurzfristige Aufwertung.
Der EUR/USD schloss die Berichtswoche mit einem Minus von 0,4 % bei 1,1209 ab.
Das EZB-Komitee hielt bei seinem Treffen (08.06.) wie erwartet an seiner expansiven Ausrichtung der Geldpolitik fest und nahm lediglich eine kleine Veränderung in der Stellungnahme vor. Eine weitere Senkung des Einlagensatzes schließt die EZB, zumindest in der kurzen Frist aus. Doch anscheinend hatten sich Anleger deutlich restriktivere geldpolitische Maßnahme erhofft, da der Euro infolgedessen abwertete. Auch die Anhörungen des ehemaligen FBI-Chefs James Comey (08.06.) und des Justizministers Jeff Sessions (13.06.) im US-Kongress hatten wenig Auswirkung auf das Währungspaar. Spannender wurde es dagegen bei der Fed-Sitzung (14.06.). Dabei hob das FOMC den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,00 %-1,25 %, obwohl die US-Kerninflationsrate für den Mai nach März und April wieder unter den Erwartungen blieb (1,7 % YoY, Konsens: 1,9 %). Fed-Vorsitzende Janet Yellen bezeichnete den Inflationsrückgang als ein vorrübergehendes Ereignis und deutete auf die positiven Inflationsprognosen hin. Außerdem gab die Fed bekannt, ihre Bilanzsumme von rund 4,5 Billionen US-Dollar zu reduzieren und im zweiten Halbjahr eine weitere Zinserhöhung zu vollziehen.
USD/JPY hat sich in dieser Berichtswoche kaum verändert und notiert derweil bei 109,68. Die Wahl in Großbritannien sowie die Comey-Anhörung hatten wenig Einfluss auf den Wechselkurs. Einzig die Fed-Sitzung und die davor schwachen US-Inflationszahlen, brachten den Kurs in Bewegung. Die Fed erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte und kündigte an, bald die Bilanzsumme zu reduzieren, woraufhin der Dollar aufwertete. Bei der morgigen BoJ-Sitzung gilt es dagegen als ziemlich sicher, dass die Ausrichtung weiterhin dovish bleibt.
Das Devisenpaar EUR/GBP wird derzeit bei 0,88 gehandelt und wertete somit um 1,5 % zur vorigen Berichtswoche auf. Maßgeblicher Grund für die Schwäche des Pfunds ist der Wahlausgang der vorgezogenen Parlamentswahl in Großbritannien am vergangenen Donnerstag (08.06). Durch den Verlust von zwölf Sitzen büßte die Conservative Party um Theresa May zwar die absolute Mehrheit im Unterhaus ein, bleibt aber stärkste Fraktion im Unterhaus. Hatte May bei der Ankündigung der Neuwahl aufgrund eines Vorsprungs von 24 % vor der Labour Party noch damit gerechnet, ihr Mandat für die anstehenden Austrittsverhandlungen mit der EU zu stärken, geht sie nun erheblich geschwächt in die Gespräche. Darüber hinaus erhöhten schwache Konjunkturdaten in Großbritannien den Druck auf das Pfund. Die mit -0,8 % rückläufige Industrieproduktion (Konsens: -0,2 % YoY) enttäuschte ebenso wie die Einzelhandelsumsätze im Mai, die im Vergleich zum April um 1,2 % zurückgingen (Konsens: -0,8 %). Diese Entwicklung veranlasst auch die Bank of England dazu, ihre aktuelle Geldpolitik nicht zu ändern. In der Eurozone ist man derweil optimistisch, dass das Anleihekaufprogramm der EZB auslaufen könnte. Darauf deutet eine Änderung in der Wortwahl der EZB nach der Sitzung vom vergangenen Donnerstag hin. So hat man sich von der Option verabschiedet, den Leitzins noch weiter zu senken.
EUR/CHF notiert bei 1,0887 und verändert sich somit um +0,3 % zur vorigen Berichtswoche. Besonders richtungsweisend für die Entwicklung des Franken in dieser Woche war die Veröffentlichung des Stabilitätsberichts der Schweizerischen Nationalbank. Darin erklärt die SNB den Franken für überbewertet und legt sich fest, die Negativzinsen beizubehalten.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.