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01.06.17, 18:10

Unternehmensanleihen weekly: Risikoaufschläge weiterhin auf Rekordtief. Speculative-Grade CDS steigen jedoch

Die Anleihen des iBoxx-Index bewegen sich weiterhin in der Nähe ihres Rekordtiefstandes der letzten zwölf Monate. Auffällig dabei ist auch die Branchenverteilung: Einzelhandel und Ernährung führen mit 33,2 bzw. 35,8 Basispunkten als risikoärmste Branchen den Index an. Angesichts ihrer geringen Zyklizität scheint das folgerichtig. Dass auf dem dritten Platz mit 37,2 Basispunkten „Industrie“ liegt, die eine weitaus größere Konjunkturabhängigkeit zeigt, belegt den Optimismus der Anleger. In dieser Branche liegt der Durchschnitt der letzten fünf Jahre mit 76,3 Basispunkten mehr als doppelt so hoch. 

Nunmehr haben die europäischen Spreads die Risikoaufschläge aus den USA eingeholt, die Einengung der letzten Wochen war auf unserer Seite des Atlantiks besonders ausgeprägt.

Doch in beiden Wirtschaftsräumen sendeten zuletzt die Bank Lending Surveys als wichtige (Früh-)Indikatoren für den Kreditzyklus positive Signale für die Fortsetzung der Expansionsphase (wir berichteten). Die weitere Einengung der Spreads ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Sie fand über das gesamte Ratingspektrum hinweg statt– allerdings gilt dies nur für „gute“ Investmentgrade-Ratings.

Damit kommen wir zu den aufziehenden Wolken am Horizont: Laut Ratingagentur S&P verzeichnen aktuell die CDS-Spreads der „Ramschanleihen“ im Subinvestmentgrade-Bereich (global) einen gegenläufigen Trend und steigen: Für „B“-geratete Anleihen liegt der aktuelle Spread bei 610 Basispunkten. Vor dreißig Tagen waren es 603 Basispunkte, der Durchschnitt der letzten drei Jahre liegt bei 574 Basispunkten.

Ganz anders für „BBB+“-Anleihen: Aktuell 91 Basispunkte, vor dreißig Tagen 93 Basispunkte, Durchschnitt der letzten drei Jahre von 112 Basispunkten. Das Fazit daraus: Die Anleger werden im Hochrisikobereich vorsichtiger. Dies ist noch keine Wende im Kreditzyklus, aber ein Warnsignal, dass sich die Stimmung bald auf breiterer Front drehen könnte.

Dabei macht es keinen Unterschied, ob man auf Europa oder USA schaut, die Spreadentwicklungen sind gemäß der Ratingagentur in beiden Wirtschaftsräumen etwa gleich.

In den nächsten Wochen erwarten wir kaum Ausweitung der Anleihespreads im Investmentgrade-Bereich – das Bewusstsein aufziehender Risiken insbesondere aus dem unteren Ende des Ratingspektrums ist jedoch geschärft.


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