Nach den Gipfeln der OPEC, Nato und G7 beweist die EU Unabhängigkeit von den USA. Draghi verteidigt seine Geldpolitik vor dem EU-Parlament. Neuwahlen in Italien werden wahrscheinlicher und die nächste Woche wird vom Super-Donnerstag mit der EZB-Sitzung und der Parlamentswahl in Großbritannien geprägt sein. In dieser Gemengelage war keine einheitliche Richtung an den Devisenmärkten zu beobachten. Mit erhöhter Volatilität wäre zu rechnen, falls Trump heute Abend (01.06, 21 Uhr) tatsächlich das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen sollte.
EUR/USD handelt gegenwärtig bei 1,1244 und bleibt damit gegenüber der Vorwoche praktisch unverändert. Die Gipfel der Nato und der G7-Staaten am Wochenende sorgten zwischenzeitlich für Bewegung, weil US-Präsident Donald Trump erneut seine Haltung „America first“ betonte. Der Dollar konnte im Zuge dessen, gestützt durch eine zweite US-BIP-Schätzung (1,2%, erste Schätzung: 0,7 % QoQ), leicht zulegen. Zu Beginn der Woche geriet der Euro durch die Rede von EZB-Präsident Draghi vor dem EU-Parlament leicht unter Druck, als dieser die Niedrigzinspolitik der EZB für die nähere Zukunft rechtfertigte. Den niedrigsten Wert der Woche erreichte die Gemeinschaftswährung, nachdem durch Aussagen des ehemaligen italienischen Premierministers Matteo Renzi Wahlen in Italien im September dieses Jahres wahrscheinlicher wurden. Aufgrund der im Mai gesunkenen Inflationsrate (Eurozone: 1,4 %, Vormonat: 1,9 %) konnte der Euro wieder über die Marke von 1,12 steigen. In den nächsten Tage sind vor allem die US-Arbeitsmarktdaten (02.06.) und die EZB-Sitzung (08.06.) ausschlaggebende Treiber des Wechselkurses.
Das Währungspaar USD/JPY notiert aktuell bei 110,99 und hat damit um 0,7 % zur vorigen Berichtswoche aufgewertet. Für die größte Marktbewegung sorgte der G7-Gipfel in Italien. Die Isolation der USA, respektive Donald Trumps, sorgte für Verunsicherung. Risk-Off-Bewegungen in den Yen waren die Folge. Gestützt wurde die positive Entwicklung des Yen durch die mit 2,8 % niedrigste Arbeitslosenquote in Japan seit 20 Jahren und überraschend robuste Einzelhandelsumsätze. In der kommenden Berichtswoche werden die US-Arbeitsmarktdaten (02.06.) sowie die BIP-Schätzung in Japan (08.06.) das größte Marktbewegungspotenzial haben, sofern die Wahl in Großbritannien ohne große Überraschung verläuft.
Das britische Pfund wertete im Verlauf der letzten Berichtswoche gegenüber dem Euro um 1,1 % ab und liegt aktuell bei 0,8745 EUR/GBP. U.a. die Nachwirkungen des Terroranschlags in Manchester haben die Parlamentswahlen nächste Woche wieder spannend gemacht, denn Jeremy Corbyn positionierte sich mit seinen Aussagen stärker als Theresa May in Fragen der nationalen Sicherheit. Dementsprechend konnte er mit seiner Labour Partei mittlerweile bis auf drei Punkte an die Tories heranpirschen. Das Pfund reagierte darauf mit einer Abwertung. Zusätzlich litt das Pfund unter dem schwachen BIP-Wachstum, das für das erste Quartal von 0,3 % auf 0,2 % (QoQ) revidiert wurde. Dagegen gab die Aussage von EZB-Chef Draghi vor dem EU-Parlament (29.05.) dem Pfund eine Verschnaufpause. Dort hatte Draghi betont, dass der Euro eine geldpolitische Unterstützung im außergewöhnlichen Umfang weiterhin benötige. Gerechtfertigt wurde Draghis Vorsicht, als in den Tagen darauf die Inflationsrate für die Eurozone (1,4 % YoY, Konsens:1,5 %) veröffentlicht wurde. Jedenfalls wird die EZB Sitzung sowie die UK Wahl (siehe Fokus Großbritannien) für den Kursverlauf nächste Woche maßgebend sein.
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