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11.05.17, 18:00

Unternehmensanleihen weekly: Kreditspreads bleiben im Keller. US-Protektionismus in der Aluminiumindustrie unter der Lupe.

Die Konditionen für Fremdkapital emittierende Unternehmen bleiben gemessen am iBoxx EUR Corporates günstig. Der Index notiert mit gegenwärtig 53,0 Basispunkten über Mid-Swaps weiterhin auf einem Tiefststand. Werden die Unternehmen der Bank-und Finanzwirtschaft ausgeklammert, liegen die Kreditspreads aktuell bei 47,5 Basis-punkten. Die Anleihen des iBoxx-Index bewegen sich weiterhin in der Nähe ihres Jahres-rekordtiefstandes von 45,8 Basispunkten (Stand: 09.05.2017).

Die Hausse bei Unternehmensanleihen zieht in jeder Branche ihre Kreise. Ob zyklische oder tendenziell konjunkturunabhängige Sektoren, die Kreditspreads zeigen in nur eine Richtung, tief nach unten. Unternehmen aus der Automobilindustrie (42,7 Basispunkte) weisen gemessen an ihren iBoxx-Spreads günstigere Finanzierungskonditionen auf als die weniger konjunktursensiblen Versorger (57,9 Basispunkte). Zwar kommen in diesem Beispiel auch Sondereffekte zum Tragen (EZB Corporate-Program und Nullzinspolitik, Risiken der Energiewende, etc.), für einen sonderlich rationalen Markt für Unterneh-mensanleihen sprechen die Spreadunterschiede jedoch nicht. Wird das niedrige Niveau der Kreditspreads auch von der anlaufenden Berichtssaison nicht negativ beeinflusst, könnten sich die Risikoaufschläge über der Geldmarktkurve in der mittleren Frist auf diesem Niveau stabilisieren.

Nach dem Anfang April beschlossenen Importzoll für kanadisches Holz hat das US-Handelsministerium in den letzten Wochen seine protektionistischen Anstrengungen auf einen weiteren Sektor ausgedehnt. Für Aluminium werden weitere Importbeschränkun-gen diskutiert, mutmaßlich um den in massivem internationalen Wettbewerb stehenden US-Hütten unter die Arme zu greifen. Als Begründung werden Sicherheitserwägungen bei der Produktion von Rüstungsgütern genannt, denn Aluminium ist maßgeblicher Grundrohstoff bei der Herstellung von Kampfflugzeugen und anderem Militärequip-ment. Im Jahr 2016 importierten die USA 6,5 Mio. Tonnen an Aluminiumerzeugnissen, maßgeblich aus Kanada (3,0 Mio.), Russland (0,75 Mio.) und China (0,5 Mio.). Da die USA Nettoimporteur von Aluminium und verbundener Erzeugnisse sind und für 8 % des Weltverbrauchs stehen, schmälert dies die Absatzmöglichkeiten der internationalen Rohstoffindustrie im sehr preissensiblen Markt für Aluminium. Dies erhöht die unter-nehmensspezifischen Risiken für die internationalen Produzenten von Aluminium signi-fikant. Betrachtet man die CDS für ein Panel aus US-amerikanischen und internationa-len Unternehmen aus dem Aluminiumsektor, driften die CDS-Kurven seit Bekanntgabe der Importrestriktionen auseinander. Konkretisieren sich die Importbeschränkungen weiter (z.B. über eine Executive Order), sollten sich die CDS-Indizes für internationale und US-amerikanische Unternehmen aus der Aluminiumindustrie zunehmend voneinander entfernen.


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