An den Aktienmärkten ging es in dieser Woche erneut nach oben. In den drei von uns analysierten Indizes kann die Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das erste Quartal als Erfolg gewertet werden. In den USA hat man die Gewinnrezession endgültig hinter sich gelassen und in DAX, Eurostoxx 50 und S&P 500 fielen sowohl die Umsätze als auch die Gewinne deutlich stärker aus als von Analysten zuvor erwartet wurde. Da-rüber hinaus haben vor allem die europäischen Indizes noch einmal Rückendwind von der Frankreichwahl erhalten. Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron erzielte im zweiten Wahlgang im Duell mit der Rechtspopulistin Marine Le Pen mit über 66 % ein deutlich stärkeres Ergebnis als die Umfragen es zuvor abbildeten. Die Wahl wurde zu Beginn des Jahres als zentrales politisches Risiko für die Eurozone identifiziert. Durch die Wahl Macrons wurde das Angstszenario nun durch die Hoffnung auf einen wirkli-chen Reformpräsidenten ersetzt, was die Finanzmärkte freut. Der S&P 500 konnte im Vergleich zur Vorwoche 0,4 % zulegen, der Eurostoxx 50 knapp 1,3 % und der DAX so-gar 1,6 %. Damit hat der deutsche Aktienindex mit zwischenzeitlich 12.783 Punkten wieder ein neues Rekordniveau erreicht.
Die Grafik unten zeigt zum einen unser Über- und Unterbewertungsmodell für den DAX. Obwohl der Index in dieser Woche wieder neue Rekordhöchststände erreicht hat, erscheinen diese Niveaus nachhaltiger als bei der letzten Rallye im Jahr 2015. Denn die Kursgewinne sind deutlich stärker als damals durch eine bereits realisierte Entwicklung der Fundamentalwerte (Umsätze, Buchwert, Gewinne) gerechtfertigt. Zum anderen sind unten aber auch die Bewertungen in einigen Einzelsektoren anhand des Kurs/Gewinn-Verhältnisses abgebildet. Daran lässt sich erkennen: Die jüngsten Zu-wächse bei den Bewertungsniveaus sind nicht über den ganzen Index hinweg gleichver-teilt. Im Vergleich zum letzten Jahr konnten vor allem der Gesundheits- und der Auto-mobilsektor (ohne Volkswagen) seine Bewertungsniveaus nicht deutlich steigern. Beide Sektoren sind sogar weniger hoch bewertet als noch vor einem Jahr. Vor allem bei den Autobauern liegt dies an den eher düsteren Erwartungen, die bei den Investoren bezüg-lich der zukünftigen Geschäftsentwicklung vorherrschen. In den übrigen Industriesek-tor – Materials und Industrials – sind die Bewertungsniveaus hingegen deutlich ange-stiegen. Dieser Unterschied könnte so interpretiert werden, dass unter normalen Um-ständen der Index deutlich höher bewertet wäre als der Durchschnitt aller Sektoren es abbildet. Die Schlussfolgerung aus dem Über- und Unterbewertungsmodell, dass der DAX nicht stark überbewertet ist, ist daher mit Vorsicht zu genießen.
Am Freitag wird das deutsche BIP-Wachstum veröffentlicht. Da das Wachstum in der Eurozone mit 0,5 % QoQ bereits vergleichsweise hoch war und aus Frankreich nur 0,3 % QoQ gekommen sein dürften, könnte Deutschland noch einmal positiv überra-schen, wovon der DAX gegebenenfalls noch profitieren könnte. Im Allgemeinen dürfte sich der Fokus wieder auf die Wirtschaftspolitik verlagern. Indizien für einen schnelle-ren Zinsanhebungskurs der Fed etwa könnten die Aktienmärkte treffen, da die gegen-wärtig hohen Bewertungsniveaus nur bei sehr niedrigen Zinsen attraktiv wirken.
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.