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05.05.17, 12:30

Unternehmensanleihen weekly: Risikoaufschläge weiterhin niedrig

Risikoaufschläge weiterhin niedrig. EZB stellt Lockerung der Kreditstandards fest.

Die Anleihen des iBoxx-Index bewegen sich weiterhin in der Nähe ihres Rekordtiefstandes der letzten zwölf Monate. In Bezug auf Störfeuer aus dem politischen Umfeld sagen sich die Anleger aktuell: „die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter.“ Die große Frage ist natürlich: Wann dreht sich der Kreditzyklus wieder? Derzeit befinden wir uns in der Expansionsphase. Finanzierer gehen tendenziell höhere Risiken ein, die Kreditmenge steigt, Firmen verschulden sich und treiben so ihre Eigenkapitalrendite in die Höhe. Die nächste Stufe des Zyklus ist der Abschwung. Die Kreditmenge geht zurück, Kreditstandards verschärfen sich, die Gewinne der Unternehmen brechen ein. Steht also der Abschwung bevor?

Nicht unmittelbar, wenn es nach dem in der letzten Woche veröffentlichten Bank Lending Survey der EZB geht. Dieser wichtige (Früh-)Indikator für den Kreditzyklus sendete ein klar positives Signal für die Fortsetzung der Expansionsphase und damit für ein im Unternehmenssinne günstiges Spreadniveau.

In dem Survey befragt die Zentralbank etwa 140 Banken im Euroraum, ob sich die Kreditvergabestandards verschärft oder gelockert haben. Die Antworten werden aggregiert zu einer Prozentzahl, die eine „Nettoerleichterung“ der Kreditstandards angibt – je niedriger der Prozentwert, desto unternehmensfreundlicher die Standards. Im ersten Quartal 2017 „lockerten“ sich die Standards per Saldo um 2 Prozent, im Vorquartal berichtete die EZB noch eine Verschärfung bei saldierten 5 Prozent.

Damit liegen die Kreditstandards noch immer weit unter dem historischen Durch-schnitt seit 2003. Die Kennzahl gibt für die nächsten drei Monate ein positives Signal und spricht für eine weitere leichte Einengung der europäischen Risikoaufschläge. Am deutlichsten fiel die Lockerung der Standards in Deutschland, den Niederlanden und Italien aus. In Spanien dagegen verzeichnete die EZB eine Verschärfung.

In der Umfrage nahm die EZB auch Bezug auf ihr erweitertes Programm zum Anleihe- Ankauf („asset purchase programme”, APP). Demnach beurteilten die befragten Banken das Programm – wenig überraschend – als hilfreich zur Liquiditätsbeschaffung. Zudem drücke es die Finanzierungskonditionen der Unternehmen und enge es die Zinsmargen der Banken ein. Die zusätzliche Liquidität hätten die Banken überwiegend zur weiteren Kreditvergabe genutzt. Den Effekt auf Finanzierungskonditionen schätzten die Banken stärker ein als auf die Kreditstandards. Insgesamt sprechen die Fundamentaldaten also eher gegen eine baldige Ausweitung der Anleihespreads – trotz des aktuell bereits sehr niedrigen Niveaus.


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