Abbau politischer Risiken und die Quartalszahlen sorgen für neue Rekordstände im DAX. In dieser Woche ging es an den Aktienmärkten weiter bergauf. In Frankreich ist die Stimmung nicht umgeschwenkt und der sozialliberale Kandidat Macron ist weiterhin Favorit. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone dürfte im ersten Quartal um 0,5 % (QoQ) gewachsen sein, was den Analystenschätzungen entspricht. Damit scheint sich die Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs in der Eurozone, der schon in diversen Frühindikatoren angekündigt wurde, zu bestätigen. In den USA hingegen enttäuscht das Wachstum im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 0,7 % (QoQ). Das Wachstum im ersten Quartal schwankte in den USA in letzten Jahren teil-weise stark und war oft nicht aufschlussreich für die Folgequartale. Das von der Philadelphia Fed veröffentlichte GDP Plus etwa zeigt immerhin ein Wachstum von 1,4 % (QoQ) annualisiert an. Allerdings scheinen die jüngsten Zahlen einen Trend dahingehend zu bestätigen, dass die konjunkturelle Entwicklung in den USA gegebenenfalls überschätzt und die Kraft der Eurozonenwirtschaft etwas unterschätzt wurde. Vor allem mit den sich abbauenden politischen Risiken bildet dies eine gute Rechtfertigung für die starke Entwicklung der Aktienmärkte in der Eurozone. Die Berichtssaison verlief in allen von uns analysierten Marktsegmenten bisher relativ erfreulich, sodass die Indizes in dieser Woche insgesamt alle zulegen konnten. Der DAX gewann im Vergleich zur Vorwoche 1,35 % und erreichte damit wieder neue Rekordniveaus. Der S&P 500 blieb mit -0,03 % nahezu unverändert und der Eurostoxx 50 legte 1,23 % zu.
Die Berichtssaison ist im Vergleich zu den Analystenschätzungen bisher in den einzelnen Indizes relativ positiv verlaufen. Im S&P 500 lagen im ersten Quartal auf Basis von 356 von 500 Veröffentlichungen die Umsätze der Unternehmen 0,42 % und die Unternehmensgewinne 5,7 % über den Erwartungen. Im DAX lagen auf Basis von 12 von 30 Veröffentlichungen die Umsätze knapp 2,6 % und die Gewinne rund 6 % über den Erwartungen. Am stärksten waren die Zahlen jedoch im Eurostoxx 50: Hier liegen mit 29 von 50 Veröffentlichungen die Umsätze 2,3 % über den Erwartungen und die Gewinne fielen sogar 9,8 % stärker aus als erwartet. Sowohl im S&P 500 als auch im Eurostoxx waren der Rohstoffsektor (Basic Materials), der Öl-und Gassektor (im Eurostoxx allerdings bisher nur Total) und der Finanzsektor überraschend erfolgreich. Damit dürften die Unternehmenszahlen aus dem ersten Quartal bisher in allen drei Indizes einen positiven Einfluss gehabt haben und erklären damit Teile der kräftigen Kurszuwächse in den letzten Wochen.
Die Fed-Sitzung am Mittwoch brachte wie erwartet noch keine weitere Zinsanhebung-allerdings gehen die Investoren derzeit davon aus, dass auf der Juni-Sitzung der nächste Zinsschritt beschlossen wird. Unseres Erachtens dürfte die Fed den nächsten Schritt weiter aufschieben, sollte sich die konjunkturelle Abkühlung bestätigen. Mit Blick auf die Frankreichwahl am 7. Mai halten wir den Vorsprung von etwa 20 %, den Emmanuel Macron gegenüber Marine Le Pen laut Umfragen gegenwärtig besitzt, für uneinholbar. Er dürfte damit der jüngste Präsident der Fünften Republik werden. Für die Aktienmärkte könnte dies wiederum positive Auswirkung haben, da konservative Investoren die Umfragedaten noch nicht eingepreist haben dürften. In Europa wäre – nach der Wahlschlappe von Geert Wilders im März – mit einem Wahlsieg Macrons auch die zweite große rechtspopulistische Gefahr vorerst gebannt.
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