Die Corporate Spreads zeigen sich von Macron unbeeindruckt. Ist der Importzoll von kanadischem Holz durch die USA als Vorwarnung an die europäische Industrie?
Die Wahlentscheidung in Frankreich und der Sieg des europafreundlichen Kandidaten Emmanuel Macron waren nur kurzfristig an den Märkten für in Euro denominierte Unternehmensanleihen zu spüren. Die Kreditspreads gemessen am iBoxx EUR Corporates notieren mit gegenwärtig 59,3 Basispunkten weiterhin auf einem emittentenfreundlichen Niveau. Werden die Unternehmen des Finanzsektors ausgeklammert, notieren die Kreditspreads bei lediglich 52,2 Basispunkten (Stand 25.04.2017).
Schon vor der französischen Präsidentschaftswahl agierten Investoren in europäische Unternehmensanleihen zuversichtlich angesichts der guten Aussichten von Emmanuel Macron, sich für die zweite Runde der Präsidentschaftswahl zu qualifizieren. Auch im iBoxx war dies zu spüren, gingen im Vorfeld der Wahl die Kreditspreads im Gesamtindex um gut 6 Basispunkte zurück. Mit Macron wird nun es aller Voraussicht ein reformwilliger Kandidat in das Präsidentenamt schaffen, dessen Wahlprogramm eine konjunkturelle Wiederbelebung Frankreichs einleiten könnte. Dies lässt mittelfristig die unternehmensspezifischen Risiken zurückgehen und die Risikospreads für Unternehmensanleihen abnehmen. Jedoch könnte sich die Umsetzung einer unternehmensfreundlichen Wirtschaftspolitik für Macron schwierig gestalten, benötigt der französische Präsident doch auch eine stabile Mehrheit im Parlament. Im iBoxx überwog offenbar am Tag nach der Wahl genau diese Skepsis, denn die Corporate Spreads weiteten sich wieder auf Vorwahlniveau aus. Hingegen nahmen die CDS-Indizes der Euro-Peripherie den Wahlausgang mit teilweise deutlichen Rückgängen in ihren Risikoprämien auf.
Die Neuausrichtung der US-Handelspolitik nimmt indes erkennbare Formen an. Mit dem Importzoll für kanadische Holzerzeugnisse hat das US-Handelsministerium die erste protektionistische Maßnahme der Trump Administration in die Tat umgesetzt. Darüber hinaus wurde angekündigt, weitere Bestandteile des NAFTA-Freihandelsabkommens zu überprüfen und die Sanktionen auf andere Industriesektoren auszuweiten. Staatliche Subventionen für die kanadische Holzindustrie würden die Wettbewerbsfähigkeit von US-amerikanischen Unternehmen beeinträchtigen. Diese bis in die 1980er Jahre zurückgehenden Handelsstreitigkeiten in der Forstindustrie zwischen den USA und Kanada waren bereits Teil eines WTO-Verfahrens. Der Importzoll von 20 %könnte als Blaupause für weitere protektionistische Maßnahmen, auch gegen die europäische Industrie, Schule machen. Es ist davon auszugehen, dass die US-Handelspolitik künftig verstärkt auf sektorale Zölle setzen wird, statt breite Importbeschränkungen für einzelne Länder zu erheben.
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