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13.04.17, 14:30

Unternehmensanleihen weekly: EZB mischt seit einem Jahr den Markt auf

Unverändertes Bild auf dem Markt für in Euro denominierten Unternehmensanleihen:Die Bedingungen für Fremdkapitalaufnahme bleiben auch mit dem Auftakt in das zweite Quartal 2017 erfreulich für Emittenten. Die Kreditrisiken gemessen am iBoxx Corporates EUR notieren gegenwärtig bei 57,1 Basispunkten auf und engten sich somit zur Vorwoche nochmals ein. Für Unternehmen außerhalb des Finanzsektors wird aktuell ein Niveau von 49,4 Basispunkten wiedergegeben (Stand 11.04.2017). Nach einem kleinen Anstieg in den vergangenen Wochen liegen die Kreditspreads wieder nahe ihres Jahrestiefs von 54,9 Basispunkten.

Diese Entwicklung ist branchenübergreifend festzustellen. In sämtlichen Industriesektoren des iBoxx gingen die Kreditspreads zurück. Besonders starke Rückgänge waren in den Sektoren Öl & Gas (8 Basispunkte) sowie Tourismus (10 Basispunkte)zu verzeichnen. Die Entwicklung in diesen originär konjunktursensiblen Branchen kann auch vor dem Hintergrund der derzeit herrschenden politischen Unsicherheit inter-pretiert werden. Die kurze Zeitspanne zu den französischen Präsidentschaftswahlen und die jüngsten außenpolitischen Entwicklungen in Syrien oder Nordkorea wirken unmittelbar auf die Anleihemärkte aus. Geopolitische Spannungen und politische Zerwürfnisse erhöhen den Appetit von Investoren und Asset Managern auf festve-zinsliche Anleihen, sodass auch Anleihen mit schlechteren Bonitätsnoten verstärkt nachgefragt werden.

Die Entwicklung der Kreditspreads muss jedoch auch vor dem Hintergrund der Rolle der EZB am Markt für Unternehmensanleihen analysiert werden. Innerhalb des im März 2016 beschlossenen Ankaufprogramms haben Europas Währungshüter seit Ju-ni 2016 Unternehmensanleihen im Wert von durchschnittlich 8,3 Mrd. Euro je Mo-nat erworben. Der aktuelle Gesamtbestand beläuft sich auf 77,9 Mrd. Euro (Stand 07.04.2017). Dabei steuert die EZB sowohl den Primär- als auch den Sekundärmarkt für Unternehmensanleihen an. Insgesamt erklärt sich die Entwicklung der Kreditspreads somit auch durch die Nachfrage der Zentralbank im Anleihemarkt. Die Finanzierungskosten für Fremdkapital emittierende Unternehmen sind seit dem Start des Programms massiv zurückgegangen.

Die Spreadentwicklung der nächsten Wochen wird von mehreren Faktoren abhängig sein: Die politischen Unsicherheiten in Europa, allen voran die französischen Präsidentschaftswahlen, der Beginn der Berichtssaison für das erste Quartal 2017 sowie die Entwicklung des EZB-Geldpolitik. So verringert sich beginnend im April das Volumen des EZB-Ankaufprogramms von monatlich 80 auf 60 Mrd. Euro. Diese Reduktion wird, je nachdem ob die EZB stärker ihre Ankäufe von Staats- oder Unternehmensanleihen zurückfährt, in den nächsten Monaten die Spreadentwicklung sicherlich mitbestimmen.


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