Die Ölpreise haben sich von der Talfahrt Mitte März erholt. Der Brentölpreis notiert wieder in einer Handelsspanne von 55 bis 56 US-Dollar/Barrel. Die Ölpreise beenden damit die dritte Berichtswoche nacheinander mit Preisanstiegen. Das ist die längste Serie seit Beginn der Output-Kürzungen wichtiger Ölförderländer zu Jahresbeginn.
Für Auftrieb sorgten Spekulationen über eine mögliche Verlängerung der OPEC-Produktionskürzungen über Ende Juni hinaus. So wurde u.a. berichtet, dass sich Saudi-Arabien angeblich für eine Verlängerung der Produktionskürzungen stark machen wür-de. Zuvor hatte bereits Russlands Energieminister Nowak entsprechenden Spekulationen neue Nahrung gegeben, indem er sagte, mit den russischen Ölunternehmen über eine Verlängerung reden zu wollen. Unserer Ansicht nach ist die Diskussion hierüber gegenwärtig zu früh und auch nicht notwendig (siehe Seite 1).
Die Ölpreise profitierten außerdem von einem Rückgang der US-Rohöllagerbestände um rund 2,2 Mio. Barrel in der letzten Woche, welcher am heutigen Mittwoch vom US-Energieministerium berichtet wurde. Neue Datenveröffentlichungen bezüglich des so-genannten Floating-Storage erklären unserer Ansicht nach zu einem nicht unerheblichen Teil die Rekordlagerbestände in den USA, welche in den vergangenen Wochen zu beobachten waren. So ist der Aufbau bei den Onshore-Lagerbeständen in den USA (und nur diese werden vom US-Energieministerium erfasst) auf einen Abbau der Offshore- Lagerhaltung (Floating-Storage) zu erklären. Floating Storage lohnt sich bei den aktuellen Tankerraten nur, wenn der Contango zwischen Frontmonth-Kontrakt (Kassakurs) und dem 12-Monats-Kontrakt mindestens 3-4 US-Dollar beträgt. Da die Offshore- Lagerhaltung wesentlich teurer ist als die Onshore-Lagerhaltung, verwundert es nicht, dass diese Bestände aufgelöst werden.
Des Weiteren reagierten die Ölpreise mit einem Anstieg um 2% auf die Nachrichten des US-Luftangriffs auf einen Militärflughafen in Syrien. Obwohl Syrien kein bedeutender Ölförderer ist, gibt es drei Gründe, warum Syrien die Märkte bewegt:
(1) Der Militärschlag ist ein Signal für mehr Interventionismus der USA im Nahen und Mittleren Osten.
(2) Der Markt engt sich ein, und nahezu jeder Anstieg des geopolitischen Risikos in der Region, welche für rund 25 Mio. Barrel/Tag an Rohöl- und Petroleumproduktexporten steht, erhöht die Preise
(3) Die Verbündeten Syriens, Russland und der Iran, sind wichtige Spieler auf den globalen Ölmärkten. Von deren Reaktion auf die US-Militäraktionen wird es abhängen, ob sich der Preisanstieg fortsetzt. Der Iran ist unserer Ansicht nach hier besonders im Fokus. Das Land läuft stets Gefahr, dass die USA das Atomabkommen aufkündigen könnten, was die iranische Produktion erneut beeinträchtigen dürfte.
Sollte der Konflikt weiter eskalieren oder der Iran in irgendeiner Form Vergeltung üben, dürften die Preise in diesem Quartal ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen, unterstützt durch die sich bereits aufhellenden Fundamentaldaten. Dagegen würde wohl ein Preisrückgang durch ein Auslaufen des OPEC-Abkommens induziert. In der kommenden Woche dürften die Preise jedoch von den unterstützenden US-Lagerhaltungsdaten ge-tragen werden.
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