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07.04.17, 13:45

Öl weekly: Produktionsausfälle in Nordsee und Kanada verleihen Auftrieb

Die Ölpreise setzten ihren Aufwärtstrend der Vorwoche fort. Mit einem Plus von 3,2 % auf 54,2 US-Dollar/Barrel verzeichnete der Brentpreis den stärksten Wochenzuwachs seit der Einigung der OPEC-Staaten, die Fördermenge zu kürzen. Die treibenden Faktoren der sich aufhellenden Stimmung an den Ölmärkten waren vor allem die Erwartung fallender US-Lagerbestände in den USA sowie außerplanmäßige Produktionsausfälle in der Nordsee und Kanada.

Was die Daten zur Lagerbestandshaltung in den USA betrifft, zeichnet sich dort noch immer kein klares Bild ab. Mehrere Datenanbieter vermeldeten einen Abbau der US-Ölreserven für die vergangene Woche. So auch das private American Petroleum Institute (-1,8 Mio. Barrel). Dies verlieh dem Brentpreis zwischenzeitlich kräftig Auftrieb und ließ diesen die psychologisch wichtige Marke von 55 US-Dollar/Barrel übersteigen. . Jedoch konnten die offiziellen Lagerhaltungsdaten die Hoffnung auf den ersten signifikanten Abbau der Rohöllagerbestände in diesem Jahr nicht bestätigen. Dies ist unserer Ansicht nach auf den ersten Blick verwunderlich. Denn gleichzeitig vermeldete die EIA eine Zunahme bei der Kapazitätsauslastung bei den Raffinerien. Zudem waren die Importe in der vergangenen Woche rückläufig, was v.a. auf um 25 % niedrigere Importe aus Saudi-Arabien zurückzuführen ist. Die OPEC-Kürzungen sind somit sichtbar. Dies deutet daraufhin, dass die US-Ölförderung selbst sowie die kanadische Förderung zu dem Aufbau bei den US-Ölreserven beitragen. Gegenwärtig fördern Ölförderer in den USA rund 9,2 Mio. Barrel/Tag.

Grund zur Sorge dagegen besteht wieder einmal verstärkt in Venezuela. Gegenwärtig produziert das lateinamerikanische Land um die 2 Mio. Barrel/Tag. Dabei wären die geologischen Voraussetzungen für den heimischen Ölsektor ideal, um einer der wichtigsten Ölförderer der Welt zu sein. Das Land verfügt über die größten nachgewiesenen Schwerölreserven der Welt (301 Mrd. Barrel). Jedoch liegt Venezuela im Vergleich mit Ländern mit ähnlich hohen Reserven abgeschlagen zurück, da mit der Verwässerung der sog. "Apertura Petrolera"-Reformen von 1995, die dem Ölsektor nachhaltig Auftrieb verliehen hätten, im Jahr 2001 ein steter Rückgang der Investitionen zu beobachten war. Dabei sind die venezolanischen Schwerölreserven durchaus attraktiv: (1) Break-evens von 24-34 US-Dollar/Barrel; (2) Explorationsrisiken und -kosten sind niedrig; und (3) der Großteil der Transport- und Weiterverarbeitungskapazitäten ist vorhanden. Wir glauben, dass die Möglichkeit marktgerechter Reformen zu einer Verdreifachung der Investitionstätigkeit führen könnte, womit Venezuela wieder ein bedeutender Beitrag zur globalen Ölversorgung leisten könnte. Jedoch verschlechtert sich  makroökonomische und soziale Klima immer weiter. Die Verbraucherpreisinflation erreicht mittlerweile ein dreistelliges Niveau aufgrund eines Mangels an Grundversorgungsgütern. Die Wirtschaftsleistung schrumpft immer weiter und eine Besserung ist nicht abzusehen, da es gegenwärtig keinen Treiber geben könnte, der dies auch nur im Ansatz ändern könnte. Dieser Anstieg der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit erhöht das Kreditrisiko. Ein Zahlungsausfall des Landes hat zwar keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ölmärkte. Jedoch würden Investitionen und Instandhaltung ausbleiben, womit die Fördermenge weiter rückläufig bleiben würde.

Trotz der Enttäuschung über den erneuten Lagerbestandsaufbau in den USA, gehen wir davon aus, dass sich der Aufwärtstrend bei den Ölpreisen in den kommenden Wochen fortsetzen wird.


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