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27.03.17, 16:45

Kapitalmarkt-News – Konjunktur Deutschland: Stimmung im Höhenflug

27. März 2017

Aktuelle Konjunkturindikatoren
 
Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich nochmals deutlich verbessert. Entgegen den Erwartungen stieg der ifo Index im März um 1,2 auf 112,3 Punkte, den höchsten Stand seit Juli 2011; erwartet worden waren stagnierende Werte. Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre Lage, als vor allem auch ihre Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate günstiger. Dabei stieg der Index für die aktuelle Geschäftslage von 118,4 Punkte auf 119,3 Punkte. Mit einem Anstieg um 1,3 Punkte auf 105,7 Punkte konnte auch bei den Geschäftserwartungen die Delle zu Beginn des Jahres wieder wettgemacht werden. Offensichtlich blicken die Unternehmer optimistischer in die Zukunft als noch vor drei Monaten.
 
Dass die Unternehmen in guter Stimmung sind, zeigten die bereits am Freitag veröffentlichen Ergebnisse der Einkaufmanagerbefragung. Nach vorläufigen Berechnungen konnte der Gesamtindex um 0,9 Punkte auf 57,0 Punkte zulegen. Diese Stimmungsaufhellung resultiert aus Zuwächsen in den beiden Teilindizes „Verarbeitendes Gewerbe“ und „Dienstleistungen“. Der Anstieg für das Verarbeitende Gewerbe ist aktuell die treibende Kraft, konnte sich dieser Teilindex doch um 1,5 Punkte steigern und mit nunmehr 58,3 Punkten den höchsten Wert seit 71 Monaten verzeichnen. Der Dienstleistungsindex legte um 1,2 Punkte auf 55,6 Punkte zu.

 
 
 



 
 
Wachstumsausblick für Deutschland 
 
Die anstehenden Verhandlungen mit Großbritannien über den Brexit ebenso wie möglicherweise weitreichende Steuerreformen in den USA bleiben Unsicherheitsfaktoren für den deutschen Ausblick im Allgemeinen und für Exporte im Besonderen. Doch noch zeigen weder Vertrauensindikatoren noch realwirtschaftliche Zahlen einen negativen Einfluss dieser Entwicklungen. Dies mag auch daran liegen, dass das deutsche Wachstum aktuell vor allem durch den privaten Konsum und weniger von Investitionen getrieben wird. So ist die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt für die aktuelle Konjunkturlage bedeutender als globale Entwicklungen, die deutlich volatiler sein können. Bereits in 2016 war der private Konsum der bedeutendste Wachstumstreiber, während der reale Export mit einem Wachstum von 2,4 % eher enttäuschte. Doch grundsätzlich festigt sich auch die globale Konjunktur. Dies ist weniger auf einen einzelnen Treiber zurückzuführen, vielmehr entwickeln sich viele Volkswirtschaften stabil bzw. können sogar eine konjunkturelle Erholung aufweisen. Hierzu gehören neben der Euro-Zone und China auch die USA, die in 2016 ein Wachstum von „nur“ 1,6 % aufweisen konnte. So erwartet die IKB in 2017 ein globales BIP-Wachstum, das bis zu einem halben Prozentpunkt über dem Vorjahr liegen sollte (rund 3,5 % in 2017).
Der ifo Index ist ein Frühindikator, dessen Aussagekraft vor allem für das BIP-Wachstum des nächsten Quartals von Bedeutung ist. Die Zahlen von heute Morgen erlauben somit Rückschlüsse auf das BIP-Wachstum im zweiten Quartal. Abb. 2 zeigt die BIP-Wachstumsspanne, die sich aus dem ifo Index bzw. der darauf basierenden IKB-Einschätzung ableiten lässt. Dieser Ausblick hat sich in den letzten Monaten wenig geändert, was auf einen relativ stabilen ifo Index zurückzuführen ist. So deutet sich ein relativ gutes zweites Quartal an. Auf Grundlage des ifo Index und einer robusten und anhaltenden Erholung in der Euro-Zone geht die IKB von einem kalenderbereinigten Wachstum der deutschen Wirtschaft von 1,7 % in 2017 aus.

 
 
 



 
Brancheneinschätzung
 
Der globale Handel konnte in den letzten Monaten an Wachstumsdynamik zulegen, was dem Verarbeitenden Gewerbe zugutekommen sollte. Auch scheint sich die Konjunkturerholung in der Euro-Zone weiter zu festigen. Der Ausblick für den deutschen Export in wichtigen Absatzmärkten wie den USA oder Großbritannien ist dennoch mit Unsicherheit behaftet. So ist der Ausblick für das Verarbeitende Gewerbe zwar positiver einzuschätzen als noch im letzten Jahr, allerdings bleibt der Branchenausblick für 2017 mit erhöhten Risiken behaftet. Dies gilt vor allem für Investitionsgüterbranchen wie den Maschinenbau (IKB-Kapitalmarkt-News vom 16. März 2017)
 

 
 
 



Fazit:
 
Der ifo Index ist im März überraschend stark angestiegen und hat den höchsten Wert seit Juni 2011 erreicht. Unsicherheitsfaktoren wie die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen scheinen die Stimmung der deutschen Wirtschaft weiterhin nur wenig zu beeinflussen, während sich der globale Wachstumsausblick für 2017 aufgehellt hat. Ein stabiler Wachstumstreiber ist auch der deutsche Konsum, der vor allem vom Arbeitsmarkt beeinflusst wird und weniger von globalen Wachstumsrisiken. Aus dieser Sicht mag der aktuelle Höhenflug des ifo Index nicht völlig überraschend sein, auch wenn er nicht unbedingt repräsentativ für die Stimmung in den Investitionsgüterbranchen sein mag. Die IKB erwartet in diesem Jahr ein kalenderbereinigtes BIP-Wachstum von 1,7 %. 
 

Ansprechpartner in der IKB Deutsche Industriebank AG:

Dr. Klaus Bauknecht
klausdieter.bauknecht@ikb.de

40474 Düsseldorf
Wilhelm-Bötzkes-Straße 1
Telefon +49 211 8221-0

Volkswirtschaft und Research
Telefon +49 211 8221-4118

Herausgeber: IKB Deutsche Industriebank AG
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Sitz: Düsseldorf
Handelsregister: Amtsgericht Düsseldorf, HR B 1130
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Karl-Gerhard Eick
Vorsitzender des Vorstands: Dr. Michael H. Wiedmann
Vorstand: Claus Momburg, Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz, Dirk Volz

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