Bei der Vorlage der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 am 8. März konnte die Deutsche Post einen Rekordgewinn vermelden. Der Überschuss stieg auf 2,6 Mrd. Euro, nach 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Ein Grund für den deutlichen Anstieg war eine infolge einmaliger Sonderfaktoren gesunkene Steuerquote. Der operative Gewinn kletterte sogar um 45 Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Mit einem EBIT von 1,1 Mrd. Euro im Schlussquartal verzeichnete die Deutsche Post außerdem das operativ beste Quartalsergebnis seiner Geschichte. Dies waren jedoch nicht die einzig guten Nachrichten, die der ehemalige Staatsmonopolist parat hatte.
Die Anteilseigner durften sich über einen satten Dividendenanstieg freuen. Vorstand und Aufsichtsrat werden den Aktionären auf der Hauptversammlung am 28. April 2017 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2016 eine Dividende von 1,05 Euro je Aktie (Vorjahr: 0,85 Euro) auszuschütten. Berechnet auf den Jahresschlusskurs der Deutsche-Post-Aktie ergibt sich daraus eine attraktive Nettodividendenrendite von 3,4 Prozent, vor allem im Hinblick auf das derzeitige Niedrigzinsumfeld. Allerdings erlitt die Deutsche-Post-Aktie in der Folge teilweise deutliche Kursverluste.
Einige enttäuschte Anleger dürften sich angesichts des wenig optimistischen Ausblicks geärgert haben. Für 2017 stellt das Management einen EBIT-Anstieg um etwas mehr als 7 Prozent auf 3,75 Mrd. Euro in Aussicht. Allerdings hat sich der DAX-Konzern bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des operativen Gewinns um 8 Prozent vorgenommen. Für Enttäuschung sorgte auch der Rückgang beim Free Cashflow auf 444 Mio. Euro (2015: 1,7 Mrd. Euro). Als Erklärung hatte das Management die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1 Mrd. Euro parat. Ohne Berücksichtigung dieses Effekts lag der Free Cashflow bei 1,4 Mrd. Euro. Damit habe der Konzern das Ziel erreicht, mindestens die im Jahr 2016 gezahlte Dividende in Höhe von 1,03 Mrd. Euro abzudecken, hieß dazu von Unternehmensseite. Auch aus einem anderen Grund sollten die kurzfristigen Kursverluste der Deutsche-Post-Aktie möglicherweise nicht überbewertet werden. Nach einem steilen Kursanstieg und dem Erreichen eines neuen Allzeithochs dürften einige Anleger die Zahlenbekanntgabe zu Gewinnmitnahmen genutzt haben.
Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass die Luft für den DAX-Wert angesichts der erreichten Kurshöhen dünner wird und die positiven Wachstumsaussichten bereits eingepreist sein könnten. Dabei will die Deutsche Post insbesondere im Bereich Paketzustellung wachsen. Dieser Bereich boomt dank des Online-Handels. Genau in diesem Bereich könnte sich jedoch ein neues Problem auftun. Amazon versucht sich offenbar immer mehr von klassischen Paketzustellern unabhängig zu machen. Dabei könnte der E-Commerce-Riese aus den USA mit eigenen Frachtflugzeugen, Verteilerzentren, Lieferfahrzeugen und irgendwann möglicherweise mit Drohnen der Deutschen Post, UPS oder FedEx Aufträge streitig machen.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Post-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE Unlimited Call der Deutschen Bank (WKN DL8M8Z) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 8,17 und die Knock-Out-Schwelle bei 27,3005 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE Unlimited Put der Deutschen Bank (WKN DL7DWL; aktueller Hebel 6,85; Knock-Out-Schwelle bei 35,3825 Euro) auf fallende Kurse der Deutsche-Post-Aktie setzen.
Stand: 14.03.2017
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