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03.03.17, 11:30

Zinsen weekly: Trump-Rede lässt Renditen steigen. März-Zinsanstieg wahrscheinlicher

Die Euphorie an den Aktienmärkten – in den USA haben alle vier großen Börsen ein Allzeithoch erreicht – wurde in den vergangenen Tagen von einem Anstieg der Bund- und Treasury-Renditen begleitet. Mit 29 Basispunkten Rendite befinden sich zehnjährige Bunds aber immer noch auf Rezessionsniveau und auch die Pendants aus den USA rentieren mit 2,46 % relativ niedrig. Der jüngste Anstieg der Renditen hat auch mit der zunehmenden Erwartung zu tun, die Fed werde doch bereits am 15. März den Leitzins ein weiteres Mal anheben. Den deutlichsten Hinweis darauf gab der Fed-Präsident von New York, William Dudley, mit seiner Aussage, für eine Leitzinserhöhung gäbe es nunmehr wesentlich überzeugendere Gründe (als vor einigen Monaten). Fed-Gouverneurin Lael Brainard ist offensichtlich der gleichen Meinung und sagte kürzlich, eine baldige Anhebung der Leitzinsen sei ein Thema. Hierbei spielte auch der Anstieg der PCE-Inflation im Februar eine Rolle, wenngleich die PCE-Kernrate, an der sich die Fed offiziell orientiert, unverändert bei 1,7 % verharrte. Außerdem ist die gemäß ISM-Index ungewöhnlich gute Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe zu erwähnen.

Die Fed-Fund Futures spiegeln eine Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinserhöhung von 86 % wieder, ein heftiger Sprung gegenüber der Vorwoche, als die äquivalente Zahl noch bei rund 30 % lag. Die bessere Stimmung an den Märkten steht zudem im Zusammenhang mit der Rede von US-Präsident Donald Trump, die inhaltlich zwar nichts Neues erbrachte, aber im Ton als präsidialer und weniger konfrontativ aufgenommen wurde. Trump ist es u.a. gelungen, die Hoffnung auf eine umfassende unternehmerfreundliche Steuerreform aufrecht zu erhalten. Ein Dokument, wonach die USA bereit ist, Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu missachten und entsprechend einseitige protektionistische Maßnahmen zu ergreifen, wurde dagegen bislang offensichtlich  ignoriert. Sollte sich an dieser Front jedoch ein Politikwechsel konkretisieren, dürfte der Anstieg der Renditen gestoppt werden.

In den kommenden Tagen stehen einige wichtige Konjunkturindikatoren auf der Agenda. Dazu zählt der ISM für den US-Dienstleistungssektor, die Aufträge für langlebige Güter und (am 10. März) die US-Arbeitsmarktdaten. In der Eurozone ist auf die PMI-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe für eine Reihe von Mitgliedsländern zu achten, wobei für Deutschland und Frankreich bereits Vorabmeldungen vorliegen (sehr freundlich für Deutschland, Rückgang bei Frankreich). Insgesamt dürfte die gute Stimmung an den Märkten kurzfristig noch anhalten. Hierzu sollte auch beitragen, dass in Frankreich der Vorsprung von Präsidentschaftskandidat Emmanuelle Macron, der als liberaler Kandidat eingeordnet werden kann, gegenüber der Rechtspopulisten Marine Le Pen für den Fall einer Stichwahl in den letzten Wochen wieder größer geworden ist. Außerdem hat der europakritische Kandidat Geert Wilders für die Unterhauswahl in den Niederlanden etwas an Boden verloren (siehe Fokus Niederlande in dieser Publikation). Vor diesem Hintergrund ist kurzfristig mit einer Fortsetzung des Renditenanstiegs zu rechnen.


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