In Folge umfangreicher politischer Ereignisse seitens der USA konnte EUR/USD seinen Abwärtstrend in den vergangenen Wochen stoppen und stieg seit Jahresbeginn um 1,9 % auf 1,07. Ausschlaggebend sind insbesondere die umfangreichen Dekrete des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in seinem Land offensichtlich die Handelsbeziehungen zu anderen Staaten neu ausrichten würde. Die Unsicherheit über diese Aspekte überwiegt derzeit noch die Aufwertungstendenzen des Dollar im Rahmen der angekündigten Konjunkturmaßnahmen, wie dem Infrastrukturausbau. Europa steht zum Jahresbeginn vor mehreren richtungsweisenden Ereignissen. Auf europäischer Seite sind neben den Verhandlungen um den Austritt Großbritanniens aus der Union Wahlen in mehreren Staaten (Frankreich, Niederlande und eventuell Italien) zu nennen.
Die EZB beschloss auf ihrer Sitzung am 19. Januar, die monetären Zügel weiter locker zu lassen. Die Inflation stieg zwar zuletzt auf 1,8 % und erreicht damit die Zielgröße. Die Entwicklung beruht jedoch vor allem auf dem höheren Ölpreis. Die EZB sieht sich in jedem Fall durch den Bank Lending Survey bestätigt, wonach Banken für das erste Quartal 2017 einen signifikanten Anstieg der Nachfrage nach Unternehmenskrediten erwarten. Bei künftigen Entscheidungen der EZB wird ebenso die politische Lage in Europa zunehmend in den Fokus rücken. In den USA liegt nach Einschätzung der Fed zunächst ebenfalls kein geldpolitischer Handlungsbedarf vor, sodass der Leitzins beim Treffen am ersten Februar in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 % belassen wurde. Die Fed ist zwar nahe an ihren Zielen, doch ist eine Überhitzung der Wirtschaft nicht abzusehen. Die Inflation betrug im Dezember 2,1 % (CPI) auf Jahresrate, die Arbeitslosigkeit lag im Januar bei 4,8 %. Fed Präsidentin Janet Yellen betonte bei einer Rede, dass sich der Arbeitsmarkt seit der Rezession von 2008 im Normalwachstum von 150.000 Stellen je Monat befindet (Januar: 227.000 neue Stellen). Sie wies jedoch darauf hin, dass diese Zahl auch ohne adverse Schocks nicht einfach zu halten sein wird. Insgesamt befindet sich die US-Wirtschaft in einer guten Verfassung. So stieg der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor auch im Januar weiter an. Aufgrund der Datenlage und der zuletzt ruhigen Haltung der Fed erwarten wir keine Zinserhöhung bis zur Mitte des Jahres.
Die neue Regierung scheint auf ein Ende der traditionellen Politik des starken US-Dollar hinzustreben. Neben Trumps Äußerungen, der Dollar sei überbewertet, zeigte auch die Aussage des Präsidenten des Nationalen Handelsrates Peter Navarro, der Euro sei unterbewertet, welchen gleichgewichtigen Wechselkurs die aktuelle Regierung für das Währungspaar Euro/Dollar gern sehen würde. Solange Zentralbanken jedoch von der jeweiligen Regierung unabhängig sind, wird Präsident Trump dem wenig entgegensetzen können. Betrachtet man die sich bald weitende Zinsdifferenz, die mögliche politische Unsicherheit aufgrund von Wahlen in Europa und die konjunkturellen Maßnahmen der US-Regierung, ist ein zunächst erstarkender Dollar zu erwarten. Auf lange Frist werden die Handlungen Trumps, wie die Aufkündigung des Freihandelsabkommens TPP, den Dollar jedoch schwächen, da zu bezweifeln ist, ob die regulatorischen und steuerlichen Lockerungen in den USA die Defizite der Handelsrestriktionen ausgleichen werden. Kurzfristige Schwankungen werden demnächst vor allem von politischen Äußerungen aus den USA ausgelöst.
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