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03.02.17, 08:45

Öl weekly: OPEC-Compliance überrascht Märkte. Iran Atomabkommen in Gefahr

Der Januar ist gerade zu Ende gegangenen und damit auch der erste Monat seit Beginn der Kürzungsvereinbarungen zwischen elf OPEC- und elf Nicht-OPEC-Länder. Die ersten Zahlen, die vom Datenanbieter Reuters veröffentlicht wurden, sind auf den ersten Blick vielversprechend. Im Januar hat das Ölkartell die Fördermenge laut Reuters um 1,16 Mio. Barrel/Tag ggü. Oktober, dem Referenzproduktionsniveau auf das sich die Unterzeichner des Abkommens beziehen, reduziert. Insgesamt förderten die am Abkommen beteiligten OPEC-Staaten rund 30,01 Mio. Barrel/Tag (OPEC-Gesamtproduktion: 32,3 Mio. Barrel/Tag). Die Compliance-Quote lag somit bei 82 %. Russland, der weltweit größte Förderer, kürzte die Fördermenge nach Angaben der zentralen russischen Verladeeinheit (CDU TEK) um ca. 100 Tsd. Barrel/Tag. Damit liegt Russland oberhalb der Erwartungen, was aus unserer Sicht auf die extreme Kälte zu Jahresbeginn zurückzuführen sein sollte. Der russische Energieminister Alexander Nowak hatte nach der Entscheidung sich den Kürzungsvorhaben anzuschließen angekündigt, die Produktion in monatlichen Schritten von 50, 75, 75, 100 bis auf 300 Tsd. Barrel/Tag Ende April zu kürzen. Die Märkte zeigten sich offenbar von der hohen Umsetzungsquote überrascht und reagierten mit entsprechenden Preisaufschlägen. Aktuell notiert die Nordseesorte Brent bei 56,9 US-Dollar/Barrel. Das entspricht einem Plus ggü. der Vorwoche von 3 %.

Bei einem genauen Blick auf die Zahlen fällt das Urteil allerdings gemischt aus. Positiv zu bewerten ist die hohe Umsetzungsquote in der Gesamtbetrachtung, getrübt wird das Bild allerdings bei der Betrachtung einzelner Länder. Die Kooperation außerhalb des Golfkooperationsrats war, wie schon bei früheren Abkommen, nicht befriedigend. Bis auf Angola blieben die Länder hinter ihren Ankündigungen zurück. So hat u.a. der Irak seine Produktion lediglich um 51 Tsd. Barrel/Tag reduziert und damit nur ein Viertel der von ihm verlangten Kürzungen umgesetzt. In der vergangenen Woche sagte der irakische Energieminister noch, dass das Land bereits seine Förderung um 180 Tsd. Barrel/Tag einschränke und weitere 30 Tsd. Barrel/Tag in Kürze folgen sollten. Damit leben erneut Zweifel darüber auf, ob das Land es wirklich ernst mit der Umsetzung meint. Denn es sollte ursprünglich von den Kürzungsvorhaben ausgenommen werden, um finanzielle Einbußen im Kampf gegen den Terrorismus zu vermeiden.

Abseits von dem ganzen Trubel um die OPEC-Kürzungsmaßnahmen könnte der amerikanische Präsident Trump massiven Einfluss auf die globalen Ölmärkte nehmen, wenn er das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigt. Diese Gefahr ist ein Stück weit wahrscheinlicher geworden, da das Land in den vergangenen Tagen einen unerlaubten Raketentest durchführte. Das Atomabkommen mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Daraufhin konnte das islamische Land seine Ölexporte wieder aufnehmen und die eigene Förderung von 2,8 Mio. auf 3,7 Mio. Barrel/Tag ausweiten. Eine Aufkündigung des Abkommens würde somit unmittelbar ein Defizit an den globalen Ölmärkten erzeugen, sollte der Iran gezwungen sein, die Förderung wieder auf das Vorabkommen-Niveau zurückzufahren.

Für die kommende Woche erwarten wir jedoch eine Stabilisierung der Ölpreise leicht oberhalb von 55 US-Dollar/Barrel. Die Bloomberg-Daten zur OPEC-Fördermenge im Januar sollten den Preisen tendenziell Auftrieb geben, sollten diese eine ähnlich gute Umsetzungsquote aufzeigen wie die Reuters-Daten. Den Preisauftrieb abschwächen dürfte der nächste Woche vom US-Energieministerium zur Veröffentlichung anstehende Monatsbericht mit neuen Projektionen zur Schieferölförderung.


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