Der Renditeanstieg langfristiger Staatspapiere aus den USA und Deutschland hat sich in der vergangenen Woche fortgesetzt. Sowohl zehnjährige US-Treasuries (Vorwoche 2,43 %), als auch gleichlaufende Bunds (Vorwoche 0,38 %) rentierten mit gegenwärtig 2,53 % bzw. 0,49 % deutlich höher als eine Woche zuvor.
Gute Konjunkturdaten aus den USA gaben den Zinserhöhungsphantasien weiteren Auftrieb und ließen die Renditen für langfristige Staatsanleihen ansteigen. So notierte der Markit Manufacturing PMI am Montag (23.1.) mit einem Indexstand von 55,1 signifikant höher als prognostiziert (54,5 Konsens). Auch der US-Arbeitsmarkt gab mit 234 Tsd. Arbeitslosen im Januar ein freundliches Bild ab. Insgesamt erhöhen die positiven Konjunkturdaten und ansteigende Inflation sukzessive den Druck auf Fed-Chair Yellen, die Geschwindigkeit im Zinserhöhungsrhytmus zu erhöhen. Dies hat man im FOMC längst erkannt. Im Rahmen einer Rede an der Stanford University am Freitag (20.1.) wies Yellen auf die Gefahren hin, die von einer überhitzten Wirtschaft ausgehen, und betonte die Pflicht der Geldpolitik, diesen entschlossen entgegenzutreten. Deshalb sorgt die Diskussion um eine stufenweise Erhöhung der Leitzinsen vor dem Hintergrund des angekündigten Investitions- und Infrastrukturprogramms der Regierung Trump für Irritation. Zu schnelle Zinsschritte könnten den konjunkturellen Effekt eines Investitionsprogramms unterminieren. Für die Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch (01.02.) dürfte man vom ersten Zinsschritt in 2017 zunächst noch absehen, diesen jedoch bis zum Juli spätestens vollziehen.
Die langfristige Rendite deutscher Staatsanleihen zeigte sich in der letzten Woche von verhaltenen Konjunkturdaten unbeeindruckt und schloss merklich fester. Weder der sich abschwächende Ifo-Geschäftsklimaindex (103,2 vs. 105,8 Konsensprognose Bloomberg), noch die enttäuschenden Ifo-Erwartungen (109,8 vs. 111,3 Konsens) beeindruckten die Bundrenditen. Stattdessen bewegten sich diese auf ein Level, welches zuletzt vor einem Jahr verzeichnet werden konnte. Auch die Renditen neuemittierter 30jähriger Bunds verdoppelte sich im Vergleich zu noch vor einem halben Jahr. Unterstützung erfuhren die Renditen deutscher Staatsanleihen heute vom GfK-Konsumklima, welches für den Februar 0,3 Punkte höher bei 10,2 Indexpunkten schloss. Nach den Inflationszahlen aus der letzten Woche unterstreichen die konjunkturellen Indikatoren den kontinuierlichen Aufschwung und würden für Deutschland allein natürlich einen Zinsschritt rechtfertigen. Da sich die Konjunktur der Eurozone jedoch insgesamt langsamer erholt als in Deutschland, hält sich die EZB mit einer geldpolitischem Drosselung noch zurück und erteilte Tapering-Diskussionen eine Absage. Es sind weiterhin die politischen Risiken, die die geldpolitische Agenda beschäftigen. Angesichts der Wahlen in Frankreich und in den Niederlanden im Frühjahr sowie des Ausgangs der Brexit-Verhandlungen verbleiben die europäischen Währungshüter bis auf Weiteres im Wartemodus.
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