Die Rohölpreise konnten in der Berichtswoche um 2 % zulegen. So notiert die Nordseesorte Brent aktuell bei 55,5 US-Dollar/Barrel. Dabei gab es in der vergangenen Woche mehr belastende als unterstützende Daten für die Preise.
Profitiert haben die Ölpreise in den vergangenen Tagen insbesondere von der Verlautbarung des irakischen Ölministers, die angekündigten Kürzungen der Rohölförderung im Rahmen des OPEC-Abkommens vollumfänglich in die Tat umzusetzen. Gemäß diesen Äußerungen hat das Land seine Förderung bereits um 180 Tsd. Barrel/Tag zurückgefahren; weitere 30 Tsd. Barrel/Tag sollen in Kürze folgen. Rekordhohe Ölexporte aus dem Süden des Irak im Dezember und die Zusage des Landes, die Nachfrage für asiatische und europäische Abnehmer im Februar vollständig zu bedienen, lassen Zweifel daran aufkommen, ob der Irak sich an die Vorgaben halten wird, seine Produktion um 210 Tsd. Barrel/Tag zu kürzen. Dazu passt, dass das Land ursprünglich von den koordinierten Kürzungen ausgenommen werden wollte, um Einnahmen für die Bekämpfung der Terrormiliz des sog. „Islamischen Staats“ zu erzielen.
Zudem traf sich am vergangenen Wochenende zum ersten Mal seit Inkrafttreten der koordinierten Förderkürzungen von elf OPEC- und elf Nicht-OPEC-Staaten das OPEC-Monitoring-Committee unter dem Vorsitz von Kuwait. Das Komitee soll über die Einhaltung der beschlossenen Förderkürzungen wachen. Da seit Inkrafttreten des Abkommens noch keine Produktionsdaten vorliegen, wurde vor allem diskutiert, wie das Einhalten der Kürzungsmaßnahmen zu überwachen ist. Den Kern des Überwachungsmechanismus bildet eine Arbeitsgruppe bestehend aus fünf Vertretern des Überwachungskomitees, welches zusammen mit dem OPEC-Sekretariat Daten sammeln und diese zum 17. eines jeden Monats präsentieren soll.
Druck auf die Rohölpreise gab es dagegen von der Veröffentlichung der US-Daten zu neuen Öl-Bohrungen. In der letzten Woche ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes um weitere 29 gestiegen. Das war der stärkste Wochenanstieg seit April 2013. Mit 551 aktiven Ölbohrungen liegt die Bohraktivität inzwischen auf dem höchsten Niveau seit November 2015. Die gegenwärtig relativ hohen Rohölpreise bieten kräftige Anreize, neue Bohrungen nach Schieferöl in den USA zu starten. Ausgehend von den aktuellen Bohraktivitäten und den gegenwärtigen Preisen rechnen wir mit einer Ausweitung der US-Rohölfördermenge um durchschnittliche 600 Tsd. Barrel/Tag. Die OPEC-Vertreter bauen allerdings darauf, dass die steigende US-Ölproduktion durch eine höhere Nachfrage ausgeglichen wird.
Weiterer Gegenwind für die Ölpreise gab es von einem Dekret des US-Präsidenten Donald Trump. Er will mit diesem die von seinem Vorgänger Obama verhinderte Keystone XL-Pipeline nun doch bauen lassen. Nach deren Fertigstellung könnten mehr als 800 Tsd. Barrel/Tag schweres, sulfithaltigeres Öl aus kanadischen Ölsandfeldern an den wichtigen Lagerstandort Cushing liefern. Durch den Bau der Pipeline könnten die Transportkosten je Barrel erheblich reduziert werden.
Vorerst steht aber weiter das Förderabkommen der OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten im Vordergrund des Marktgeschehens. In den ersten Tagen des Februars werden die Produktionsschätzungen der Sekundärquellen veröffentlicht. Diese werden ein erstes Bild darüber geben, wie ernst es die OPEC-Staaten und die anderen beteiligten Staaten mit den Kürzungen nehmen. Sollten die Kürzungen bereits zwischen 75-80 % umgesetzt worden sein, dürfte dies an den Märkten in Preisanstiege umgemünzt werden.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
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