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13.01.17, 08:00

Zinsen weekly: Trump-Euphorie schwindet und drückt US-Renditen. Spannung vor der Amtseinführung. Konjunkturdaten aus Eurozone sorgen für höhere Bund-Renditen.

Die langfristigen Renditen haben in den vergangenen Wochen eine große Schwankungsbreite aufgewiesen und in den USA zuletzt den Rückwärtsgang eingeschlagen, während die Bund-Renditen aufwärts tendierten. Die zehnjährigen US-Renditen, die Mitte Dezember ein Jahreshoch von 2,60 % erreicht hatten, liegen derzeit nur noch bei 2,30 %. Die Euphorie, die in den ersten Wochen nach der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA einen Großteil der Märkte erfasst hatte, ist offensichtlich vorbei. Die Pressekonferenz von Trump am 11. Januar hat keineswegs zu einer Wiederbelebung der guten Stimmung geführt, sondern eher gedämpfte Reaktionen hervorgerufen. Denn letztlich bestätigte die Pressekonferenz die Befürchtung, dass die Wirtschaftspolitik Trumps in den nächsten Jahren in einem hohen Grade unberechenbar werden dürfte. Wir halten mittlerweile auch einen Handelskrieg etwa mit China oder Mexiko für nicht mehr so unwahrscheinlich, nachdem Donald Trump einige personelle Entscheidungen getroffen hat, die für ein derartiges Szenario sprechen (siehe Fokus-Thema Seite 6).

Die Bund-Renditen sind seit dem Jahresende 2016 von 21 bp auf 30 bp gestiegen. Maßgeblich dürfte hierfür die überraschend hohe Inflation in Deutschland (Dez: 1,7 % YoY) und der Eurozone (1,1 % YoY) gewesen sein, zusammen mit erfreulichen PMI-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe, die in den vier großen Euroländern im Dezember signifikant gestiegen sind. Dazu passt auch der hohe BIP-Zuwachs von 1,9 % (real, nicht arbeitstagebereinigt), den Deutschland im Jahr 2016 verzeichnet hat. Im vierten Quartal dürfte dabei der Exportmotor eine wichtige Rolle gespielt haben, nachdem im November das höchste Monatsvolumen an Gütern überhaupt ausgeführt wurde. Es gibt allerdings auch noch einige Unsicherheitsthemen, wie zum Beispiel die Rettung der italienischen Bank Monte dei Paschi, auch wenn die EU-Kommission grundsätzlich die Rekapitalisierung des Instituts genehmigt hat. Spannend bleibt auch die Brexit-Diskussion. Hier rechnet man in den nächsten Tagen mit dem Urteil in der zweiten Instanz des High Court in Bezug auf die Frage, ob das Parlament oder nur die Regierung über den Antrag zum Ausstieg aus der EU zu entscheiden hat.

Das große Thema der nächsten Tage dürfte die Amtseinführung von Präsident Trump und seine Antrittsrede am 20. Januar sein. Die Erwartungen auf konkrete und vor allem wirtschaftsfreundliche Ankündigungen sind nach der jüngsten Pressekonferenz gefallen. Umso leichter könnte es Trump gelingen, für eine positive Überraschung zu sorgen. Wenn beispielsweise Substanzielles zu den im Wahlkampf propagierten Steuersenkungen und zur Deregulierung des Finanz- und Energiesektors verkündet werden sollte, dürften die zehnjährigen US-Renditen wieder steigen. Vermutlich werden die Pendants aus Deutschland dann eine ähnliche Entwicklung nehmen. Die vielen Redetermine von Fed-Mitgliedern inklusive der Präsidentin Janet Yellen rücken wahrscheinlich etwas in den Hintergrund.

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