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23.12.16, 09:30

Zinsen weekly: Neuer Höchststand bei Transatlantikspread

Die Renditen der Staatsanleihen in Deutschland und den USA sind in der abgelaufenen Woche gesunken, insbesondere nach dem Anschlag von Berlin. Die zehnjährigen Bund-Renditen sind innerhalb einer Woche um 11 bp auf aktuell 26 bp gefallen. Für Verunsicherung hat zudem das Scheitern der Kapitalerhöhung für die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) gesorgt. Letztere dürfte nunmehr verstaatlicht werden. Der italienische Staat hat zu diesem Zweck eine Neuverschuldung von 20 Mrd. Euro beschlossen. Mit der Freigabe der Mittel durch das Parlament wird in den nächsten Tagen gerechnet. Rein rechtlich widerspricht man mit der geplanten Verstaatlichung wohl nicht der Bankenabwicklungsrichtlinie. Zwei weitere italienische Banken, die Veneto Banca sowie die Banca Popolare di Vicenza haben in dieser Woche eine Kapitalspritze von rund 1 Mrd. Euro von dem privaten Rettungsfonds Atlante erhalten. Weitere Banken sind offensichtlich in Schwierigkeiten, so dass die Frage nach der Stabilität des italienischen Bankensektors auf der Agenda bleibt. In diesem Umfeld haben sich die Risikoprämien für zehnjährige italienische Staatstitel innerhalb der Berichtswoche um 12 bp auf 1,58 % ausgeweitet.

Aus den USA wurde mit weiteren Personalentscheidungen wie zum Beispiel der Ernennung von Peter Navarro zum Chef des neu zu gründenden Rats für internationalen Handel (National Trade Council) deutlich, dass der Weg in Richtung einer protektionistischeren Handelspolitik tendenziell umgesetzt werden dürfte. Peter Navarro, von Haus aus Volkswirt ohne besondere wissenschaftliche Erfolge, ist durch das Buch „Death by China“ bekannt geworden. Er beklagt dort die durch China ausgelöste Deindustrialisierung der USA.

Gute Nachrichten kommen aus Deutschland. Der Ifo-Index ist im Dezember mit 111,0 auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Außerdem haben die Steuereinnahmen im November nochmals gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 % zugelegt. Damit hat sich der Zuwachs im Vergleich zu den Vormonaten verlangsamt, die Zahl signalisiert aber dennoch eine solide wirtschaftliche Aktivität im vierten Quartal. Neuigkeiten kommen von der für die Emissionstätigkeit des Bundes zuständigen Deutschen Finanzagentur. Demnach wird die Laufzeit der Emissionen von Bundesanleihen im kommenden Jahr tendenziell zunehmen. Denn der Bund wird auf die Emission einjähriger Titel verzichten und außerdem soll der Anteil 30-jähriger Anleiheemissionen ausgeweitet werden. Trotz dieser Strukturverschiebung dürfte sich der renditetreibende Effekt dieser Maßnahmen für längere Laufzeiten in engen Grenzen halten. Denn angesichts des geplanten Budgetüberschusses sollte der Bestand an ausstehenden Anleihen zurückgehen.

In den nächsten Tagen ist mit einem feiertagsbedingten dünnem Handel zu rechnen. Angesichts des sich erneut ausgeweiteten Transatlantikspreads (Rendite zehnjährige Bunds – zehnjährige T-Notes) auf das absolute Rekordniveau von 229 bp ist ein Anstieg der Bund-Renditen in den nächsten Tagen wahrscheinlich.


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