Nach einem deutlichen Kursanstieg nach der Präsidentschaftswahl in den USA wird die Entwicklung des Währungspaares in 2017 von politischen Unsicherheiten in der EU und der steigenden Zinsdifferenz zwischen Japan und den USA bestimmt. Im ersten Halbjahr dürfte die wahlbedingte Unsicherheit der Eurozone dem Yen Auftrieb geben. Danach sollten weitere Zinsschritte der Fed dem Dollar jedoch in die Karten spielen und den Yen abwerten lassen.
Die Wahl Donald Trumps zum zukünftigen US-Präsidenten führte aufgrund von Erwartungen über eine expansive Fiskalpolitik zu einer signifikante Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Yen. So stieg USD/JPY im Berichtszeitraum um -2,7 % auf 117. Gestützt wurde die Entwicklung durch die Entscheidung der Fed die US-Leitzinsen auf 0,5 % - 0,75 % anzuheben. Die Bank of Japan (BoJ) hat hingegen auf ihrer letzten Sitzung am 20.12. beschlossen, an ihrem QE-Programm bis auf weiteres festzuhalten.
Entgegen aller Erwartungen führte der Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen zu positiven Reaktionen an den Finanzmärkten. Von der angekündigten expansiven Fiskalpolitik erhoffen sich viele Marktteilnehmer einen starken Dollar und einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie höhere Inflation. Weitere Zinsschritte der Fed sind daher wahrscheinlich. Seitens der Zentralbank wird sogar von drei Zinsschritten in 2017 gesprochen.
Die BoJ ist indes weit entfernt von einer Rückkehr zu einem steigendem Leitzins. Dies liegt daran, dass das Hauptziel einer nachhaltigen Inflation von 2 % weiterhin nicht in Reichweite liegt. So lag die Jahresteuerungsrate (ohne frische Nahrungsmittel) im November bei -0,4 %. Die japanische Notenbank selbst rechnet nicht vor dem Fiskaljahr 2018 mit einem Erreichen der Zielmarke. Um die negativen Folgen der Niedrigzinspolitik vor allem für Finanzinstitute und Versicherungen abzufedern, führte die BoJ im September die Kontrolle der Zinsstrukturkurve ein. Das ausgegebene Ziel ist das Beibehalten der Renditen der 10 jährigen Japanischen Staatsanleihen (JGB) bei etwa 0 %. Zudem wird weiterhin am Volumen der Offenmarktgeschäfte in Höhe von 80 Billionen Yen (umgerechnet 68 Milliarden Dollar) jährlich festgehalten. Fraglich ist jedoch, wie die BoJ die Rendite (0 %) und das Volumen (80 Billionen Yen jährlich) der gekauften Anleihen gleichzeitig steuern will.
Problematisch für die Steuerung der Zinsstrukturkurve dürfte in Zukunft das steigende Zinsniveau in den USA sein. Steigende Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen können verstärkt Finanzströme von Japan in die USA lenken und somit für steigende Renditen in Japan sorgen. Auch wenn die BoJ der Hauptkäufer von japanische Staatsanleihen ist und japanische Anleger traditionell heimische Wertpapiere bevorzugen, könnten drei Leitzinserhöhungen in den USA für eine signifikante Änderung der Allokation bei den privaten Anlegern sorgen. So müsste die BoJ mehr von diesen Wertpapieren kaufen. Ein adäquates Mittel wäre eine weitere Leitzinssenkung seitens der Japaner, wodurch das Zinsniveau in Japan bei steigenden Renditen in den USA niedrig gehalten werden könnte.
Trotz der divergierenden Geldpolitik zwischen Japan und den USA dürfte es im ersten Halbjahr 2017 zu einer leichten Aufwertung des Yen kommen. Ursache dafür dürfte die Furcht vor einer Eurokrise 2.0 sein, da der Yen traditionell im Fahrwasser turbulenter Finanzmärkte Kursgewinne verzeichnet. Mit der Überwindung dieser Unsicherheit wird der Yen gegenüber dem US-Dollar wieder abwerten.
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