In der Woche der Fed-Entscheidung haben die Aktienmärkte zugelegt. Während der Verlauf beim S&P 500 mit einem Zuwachs von 0,6% eher gedämpft war, machten DAX und Eurostoxx 50 deutliche Gewinne. Der DAX legte 2,4% zu und der Eurostoxx 2,6%. Die amerikanischen Börsenwerte sind in den letzten zehn Tagen geradezu euphorisch auf die Entscheidung zugesteuert. So ergab sich beim S&P nach der Fed-Entscheidung ein leichter Rücksetzer. Die Aktienindizes auf dem Kontinent hingegen legten am Morgen nach der Entscheidung nochmal deutlich zu. Teil der Erklärung dürfte die starke Wechselkursreaktion sein: Der Euro fiel auf sein niedrigstes Niveau seit dem Jahr 2003, was insbesondere den international ausgerichteten Unternehmen der Eurozone helfen dürfte. Die vergleichsweise starke Reaktion an den Märkten dürfte auch damit zu tun haben, dass sich Fed-Chefin Yellen bezüglich der konjunkturellen Lage in ihrem Statement sehr optimistisch zeigte. Bemerkenswert ist vor allem der deutliche Bezug auf mögliche fiskalische Expansionsprogramme der neuen US-Regierung: Diese seien in der gegenwärtigen Situation nicht nötig. Dies deutet darauf hin, dass die Fed eine deutlich stärkere geldpolitische Straffung umsetzen dürfte, wenn die Ankündigungen zu Steuersenkungs- und Ausgabenprogrammen des gewählten Präsidenten in die Tat umgesetzt werden.
Vergleicht man die Entwicklung des S&P 500 im letzten und in diesem Jahr in den letzten 24 Handelstagen vor der Fed-Entscheidung und am Tag der Veröffentlichung der Entscheidung zeigt sich Folgendes: Vor dem ersten Zinsschritt im letzten Jahr war die Unsicherheit noch einige Wochen vor der Fed-Entscheidung relativ hoch. Die aus den Fed-Funds-Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung stieg erst Ende November in die Nähe von 80%, was an den Aktienmärkten die abgebildete Kursreaktion auslöste. Die Änderungen in den Markterwartungen waren zudem stark von Aussagen einzelner Fed-Mitglieder geprägt und weniger vom Optimismus über das konjunkturelle Geschehen. In diesem Jahr verliefen die Erwartungen über die Fed-Politik im Gleichschritt mit dem Optimismus über den neugewählten Präsidenten und seinen wirtschaftsfreundlichen Kurs. Die kurz nach der Wahl Trumps deutlich angestiegene Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung erreichte Ende November bereits ein Niveau von 100%. Allerdings reagierte der S&P nicht negativ auf den erwarteten Zinsanstieg, sondern die Erwartungen über den Zinsanstieg wurden Teil der allgemeinen Euphorie.
Im letzten Jahr folgte kurz auf den Zinsanstieg (im Januar) ein Absturz an den Aktienmärkten initiiert durch Einbrüche in den Emerging Markets. Wie stark dieser Einbruch im Zusammenhang mit dem Zinsschritt und der damals starken Dollaraufwertung steht, ist nicht eindeutig. Die Übertragungseffekte der amerikanischen Geldpolitik auf die Schwellenländer werden aber weiter ein Thema bleiben. Insbesondere mit Blick auf die Defizite in der Leistungsbilanz bleiben viele der aufstrebenden Volkswirtschaften gegenüber abrupten Kapitalabflüssen anfällig. Kurzfristig rechnen wir aber nicht damit, dass diese Bedenken ausreichend sind, um die weiterhin vorherrschende Euphorie zu brechen.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
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