Knapp einen Monat Zeit hatten die Devisenmärkte nun, den unerwarteten Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen am 9. November zu verarbeiten. Das Angstpotenzial durch das Wahlprogramm von Donald Trump ist grundsätzlich hoch. Die Rating-Agentur Moody's hatte im Vorfeld der US-Wahlen das Trump-Programm in konkrete Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA übertragen. Dabei hat Moody's die Trump-Aussagen wörtlich genommen und ab Beginn der Präsidentschaft die Umsetzung eingerechnet. In den Prognosen kommt es zunächst zu einer Beschleunigung der Wirtschaftsdynamik in den USA und ab Mitte 2018 folgt eine mittelschwere Rezession. Die Rezession beruht auch auf den starken protektionistischen Maßnahmen, von denen Trump vor der Wahl gesprochen hat. Wie blicken nun die Devisenmarktteilnehmer einen Monat nach der Wahl auf die nächste USPräsidentschaft, angsterfüllt oder leicht schmunzelnd?
Zu den Ländern, die am stärksten unter den Auswirkungen einer protektionistischen US-Politik leiden könnten, dürften sich Kanada, Mexiko und China befinden. Die Währungen dieser Länder sind auch wichtige Bestandteile des nominalen effektiven US-Dollar Wechselkurses.
Beim Blick auf die Entwicklung des mexikanischen Peso scheint Angst zu überwiegen. Anfang Dezember betrug die Abwertung rund 10 % gegenüber dem US-Dollar im Vergleich zum Niveau vor den US-Wahlen. Der kanadische Dollar hingegen hat zwar auch am 9. November gegenüber dem US-Dollar abgewertet, aber bis Anfang Dezember lag er sogar wieder im Plus. Der Trump- Schock ist vollkommen verflogen. Die chinesische Währung liegt gegenüber dem US-Dollar Anfang Dezember leicht im Minus beim Vergleich zum Niveau vor den Wahlen, aber von einer Angstreaktion kann nicht die Rede sein.
Die europäische Gemeinschaftswährung gehörte mit einer Aufwertung von
1,10 EUR-USD auf 1,13 EUR-USD zunächst zu den Gewinnern nach den US-Wahlen. Aber bis zum 24. November ist der Euro auf 1,05 EUR-USD gefallen. Dies geschah in einem Umfeld eines sich deutlich ausweitenden Zinsvorsprungs der USA gegenüber Euroland.
Wir gehen davon aus, dass der US-Zinsvorsprung noch größer wird, und rechnen mit einer weiteren Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar in Richtung Parität.
Die Devisenmarktteilnehmer blicken nicht angsterfüllt in die Zukunft mit Donald Trump als nächstem US-Präsidenten. Es herrscht eher eine gespannte Gelassenheit.
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