Der EUR/USD stand zu Redaktionsschluss bei 1,067 und sank damit um 1,65%. Der heutige Beschluss der EZB, das Anleiheankaufvolumen auf 60 Mrd. Euro zu reduzieren, führte überraschenderweise zu einer Abwertung des Euros. Verantwortlich dürften dafür unter anderem die Ausführungen des EZB-Chefs Mario Draghis sein, der betonte, man habe über ein Tapering (im Sinne einer monatlichen Reduktion des Ankaufvolumens) nicht gesprochen. Die Erwartungen eines deutlichen Verlustes nach Ablehnung des italienischen Verfassungsreferendums wurden jedoch nicht bestätigt. Während die Konjunkturindikatoren der Eurozone keine nennenswerte Entwicklung zeigten (PMI Verarbeitendes Gewerbe im November unverändert bei 53,7), sank die Arbeitslosenquote in den USA im November deutlich, was allerdings nicht von steigenden Löhnen begleitet wurde. Gleichzeitig stieg der US-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im November deutlich an (53,2; Oktober: 51,9), ebenso der Index für Dienstleistungen (57,2; Oktober: 54,8). Der Druck auf den Euro dürfte daher weiterhin anhalten.
EUR/GBP notiert derzeit bei 0,84. Der Euro wertete somit gegenüber dem Pfund um 0,3% ab. Erstaunlicherweise verlieh die Nachricht, dass das Verfassungsreferendum in Italien gescheitert ist, dem Euro eine Aufwärtsdynamik. Die britische Wirtschaft musste unterdessen einen Dämpfer verkraften. Überraschend schrumpfte die Industrieproduktion im Oktober um 1,3% (Konsens: +0,2%) und auch die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes ging um 0,9% zurück (Konsens: +0,2%). Jedoch geht ein Teil des Industrieproduktionsrückgangs auf einen Sondereffekt zurück, da eines der größten britischen Ölfelder geschlossen wurde, was sich negativ auf die Öl- und Gasproduktion auswirkte. Seit dieser Woche beschäftigt sich der Supreme Court mit der Frage, inwieweit die Regierung das Parlament in den Austrittsprozess aus der EU einbinden muss. Sollte das Gericht die Entscheidung des High Courts bestätigen, ist der Zeitplan der Regierung gefährdet.
In den vergangenen sieben Tagen zeigte sich USD/JPY stabil und notierte zuletzt auf dem Niveau von über 114. Sollten im kommenden Jahr turbulente Zeiten aufgrund von Wahlsiegen populistischer Parteien auf die EU zukommen, könnte der Yen wieder aufwerten. Indikatorseitig zeigten sich die USA stabil, die Anträge auf Arbeitslosenhilfe gingen um 10.000 auf 258.000 zurück. In Japan ging das Zahlungsbilanzsaldo auf 1.719 Mrd. Yen zurück (Prognose: 1.545 Mrd. Yen). Mit der voraussichtlichen Entscheidung der Fed am 14.12., den Leitzins anzuheben, könnte der Yen weiter an Wert verlieren. Die Sitzung der BoJ am 20.12. wird vermutlich keinen Richtungswechsel beinhalten.
Derzeit steht EUR/CHF bei 1,08. Der Euro wertete damit im Berichtszeitraum gegenüber dem Franken um 0,3% auf. Die ausgebliebenen Kurseskapaden nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien sowie der geordnete Rückzugs Matteo Renzis stützten den Euro. Unterdessen veröffentlichte die Schweizerische Nationalbank (SNB) Zahlen zu ihren ausländischen Devisenreserven. Aktuell belaufen sie sich auf 648 Mrd. CHF, was einer Zunahme um 18 Mrd. CHF im November entspricht. Die SNB hat also auch zuletzt weiter im Devisenmarkt interveniert. Die Zahlen zum Schweizer Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal enttäuschten mit Null-Wachstum, jedoch stieg der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe überraschend stark auf 56,6 Punkte, was Hoffnung für ein besseres viertes Quartal macht.
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