Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt zum volkswirtschaftlichen und fundamentalen Quartalsupdate mit UniCredit sowie zum technischen Quartalsupdate mit HSBC anmelden!
01.12.16, 16:13

Kapitalmarkt-News – Branchenausblick: Auch in 2017 keine Wachstumsbeschleunigung

1. Dezember 2016

Branchenausblick: Auch in 2017 keine Wachstumsbeschleunigung

Rückblick 2016
 
2016 ist ein durchwachsenes Jahr für das deutsche Verarbeitende Gewerbe gewesen. Während Branchen wie Glas & Keramik, Metallerzeugnisse, Elektro- und Automobilindustrie solide Wachstumszahlen lieferten, zeigten andere wie Papierindustrie und Metallbearbeitung einen deutlichen Produktionsrückgang. Auch der Maschinenbau dürfte bereits das zweite Jahr in Folge stagniert haben, während die Chemieindustrie zumindest positive, wenn auch eher moderate Wachstumszahlen vorweisen kann. Doch obwohl sich das konjunkturelle Umfeld in 2016 nicht bedeutend von 2015 unterscheidet (Wachstum von 1,7 % im Vergleich zu 1,5 %), konnten viele Branchen ihren Produktionsrückgang von 2015 stoppen. Insgesamt dürften nur drei große Branchen einen Produktionsrückgang im Jahresvergleich ausweisen, während dies in 2015 noch bei sieben Branchen der Fall war. Abgesehen von der Automobilindustrie zeigten jedoch alle großen Branchen ein – wenn überhaupt – nur noch geringes Produktionswachstums. Dies geht in den letzten Jahren mit einem zwar stabilen, aber eher moderaten Wachstumspfad der deutschen Wirtschaft einher. Für 2016 geht die IKB von einem kalenderbereinigten BIP-Wachstum von ca. 1,7 % aus. Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes sollte im laufenden Jahr um ca. 1 % zulegen.

 
 
 



 
Ausblick 2017
 
Der Ausblick für 2017 wird unter anderem durch die anhaltende Unsicherheit beeinflusst, die aus dem bevorstehenden Brexit und den noch unkonkreten politischen Vorstellungen von Trump resultiert. Zwar sollte der private Konsum auch in 2017 eine wichtige Stütze für die deutsche Wirtschaft darstellen, doch für das Verarbeitende Gewerbe bleiben vor allem die Exportaussichten wichtiger Wachstumsmotor. Die USA ist mit rund 10 % aller deutschen Exporte der wichtigste Handelspartner, sodass eine fiskalische Stimulierungspolitik in den USA sicherlich auch die Nachfrage nach deutschen Gütern anheben könnte. Die Frage ist, wie nachhaltig eine solche Stimulierungspolitik angesichts der hohen Schuldenquote in den USA sein kann. In 2017 und 2018 sind ein höheres US-Wachstum und eine zunehmende Inflation allerdings durchaus wahrscheinlich. Die  Finanzmärkte scheinen davon überzeugt zu sein; doch neben den USA sollten auch die Schwellenländer in 2017 eine Stütze für den deutschen Export darstellen. Zum einen ist mit einer weiteren Stabilisierung der russischen und brasilianischen Wirtschaft zu rechnen, zum anderen deuten chinesische Konjunkturindikatoren weiterhin auf ein stabiles Wachstum hin, auch wenn es aus struktureller Sicht Grund zur Besorgnis gibt.
 
Der Konjunkturausblick für die deutsche Wirtschaft bleibt bestimmender Faktor für die Entwicklung vieler Branchen des Verarbeitenden Gewerbes. Für 2017 geht die IKB von einem BIP-Wachstum in Deutschland von rund 1,4 % aus und erwartet somit einen leichten Wachstumsrückgang im Vergleich zu 2016. Im Verlauf des kommenden Jahres wird allerdings von einer Beschleunigung der Wachstumsdynamik ausgegangen. So bleibt das konjunkturelle Umfeld für das Verarbeitenden Gewerbe grundsätzlich positiv. Allerdings ist von einem niedrigen Wachstum auszugehen. Tabelle 1 zeigt das erwartete Produktionswachstum größerer Branchen des Verarbeitenden Gewerbes für 2017:
 
  • Das moderate Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes sollte sich auch in 2017 fortsetzen. Eine deutliche Beschleunigung im Vergleich zu 2016 ist jedoch nicht zu erwarten.
  • Die erwartete Wachstumsspanne unter den Branchen bleibt relativ breit und schwankt zwischen 2,4 % in der Automobilbranche und einem leichten Produktionsrückgang in der Papierindustrie.
  • Grundsätzlich sollte sich die Stabilisierung der Produktion fortsetzen, und die Anzahl der Branchen mit Produktionsrückgang dürfte weiter sinken.
  • Die Nachfrage nach Kapazitätsaufbau sollte bei moderaten Wachstumserwartungen eher überschaubar bleiben, vor allem in den Schwellenländern. Dies dämpft die Nachfrage nach Investitionsgütern und somit das Wachstumspotenzial vor allem des Maschinenbaus.
  • Die Chemieindustrie sollte vor allem bei höherwertigen Produkten ebenso wie die Pharmaindustrie ein stabiles Wachstum zeigen.
 
 
 



 
Fazit: Das Produktionswachstum des deutschen Verarbeitenden Gewerbes hat sich in 2016 weiter stabilisiert. Die Anzahl der Branchen, die im Gesamtjahr einen Produktionsrückgang zu verzeichnen haben werden, dürfte sich im Vergleich zu 2015 reduzieren. Dieser Trend sollte auch in 2017 anhalten. Allerdings signalisiert die Konjunkturprognose der IKB für 2017 keine Wachstumsbeschleunigung. Die IKB rechnet für das Jahr 2017 mit einem BIP-Wachstum von 1,4 %, für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt geht die IKB von einem erneuten Produktionswachstum von ca. 1 % aus.
 

Ansprechpartner in der IKB Deutsche Industriebank AG:

Dr. Klaus Bauknecht
klausdieter.bauknecht@ikb.de

40474 Düsseldorf
Wilhelm-Bötzkes-Straße 1
Telefon +49 211 8221-0

Volkswirtschaft und Research
Telefon +49 211 8221-4118

Herausgeber: IKB Deutsche Industriebank AG
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Sitz: Düsseldorf
Handelsregister: Amtsgericht Düsseldorf, HR B 1130
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Dr. Karl-Gerhard Eick
Vorsitzender des Vorstands: Dr. Michael H. Wiedmann
Vorstand: Claus Momburg, Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz, Dirk Volz

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.