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28.11.16, 14:15

Öl weekly: OPEC unter Zugzwang. Trump skizziert energiepolitische Agenda

Die Ölpreise setzten ihren Aufwärtstrend in der vergangenen Berichtswoche fort und profitierten weiter von einem sich anbahnenden OPEC-Abkommen auf Produktionseinschränkungen. Zwischenzeitlich stieg der Preis der Nordseesorte Brent in der Spitze auf fast 50 US-Dollar/Barrel. Aktuell notiert dieser wieder niedriger bei 49,1 US-Dollar/Barrel.

Die OPEC scheint einer Einigung einen entscheidenden Schritt näher gekommen zu sein. Der Irak ist nach Auskunft des Ministerpräsidenten Haider Al-Abadi bereit, seine Ölproduktion zu kürzen und sich an einem möglichen OPEC-Abkommen zu beteiligen. Dies kommt überraschend, denn Ende Oktober hieß es aus dem Irak noch, dass man die Förderung nicht kürzen werde, um die dringend benötigten Einnahmen aus Erdölexporten zur Finanzierung des Krieges gegen den „Islamischen Staat“ nicht zu verlieren. Zudem äußerte  sich der iranischen Ölminister Zanganeh optimistisch, dass es bei der OPEC-Sitzung in der kommenden Woche (30.09.) in Wien zu einer Einigung kommt. Seinem Land wurde offenbar angeboten, seine Produktion bei 3,9  Mio. Barrel/Tag einzufrieren. Das liegt nicht weit von dem Produktionsniveau entfernt, welches der Iran anstrebt bzw. dessen Förderkapazitäten auslastet.

Damit gerät die OPEC unter Zugzwang, tatsächlich ein Abkommen auf Papier zu bringen, um den Vertrauensvorschuss, den die Märkte den OPEC-Ländern einräumen, nicht zu verspielen. Kommt es jedoch zu einer Enttäuschung der Marktteilnehmer, weil das erklärte Ziel, das Überangebot an den globalen Ölmärkten zu reduzieren bzw. zu beseitigen, durch die beschlossenen Kürzungsmaßnahmen nicht erreicht werden wird, ist mit starken Preisrückgängen zu rechnen.

Die US-Schieferölförderer stehen schon jetzt in den Startlöchern ihre Fördermenge auszuweiten. Die Investitionstätigkeit ist weiterhin sehr dynamisch, wie sich an den Zahlen von Baker Hughes erkennen lässt. Laut dem Öldienstleister wurde in der letzten Woche einen Nettozuwachs von 19 neuen Ölbohrungen verzeichnet. Das war der stärkste Wochenanstieg seit Juli 2015. Seit dem Tief Ende Mai ist die Zahl der aktiven Ölbohrungen um 155 gestiegen. Die Bohraktivität liegt inzwischen auf dem höchsten Stand seit Ende Januar.

Unterdessen hat der künftige US-Präsident Donald Trump in einer an das amerikanische Volk gerichteten Videobotschaft angekündigt, Auflagen für die Förderung von Schieferöl zu streichen. Trump setzt in der Energiepolitik darauf, das Ölangebot auszuweiten, um insbesondere durch die Ausweitung der Schieferölförderung die Abhängigkeit von Ölimporten aus den OPEC-Staaten zu verringern. Die Folge wäre ein Ölpreis auf Talfahrt. Hier könnte sich die Katze in den Schwanz beißen. Wenn sich Investitionen in kapitalintensive Ölprojekte wie Tiefseebohrungen oder Ölsandförderungen heute nicht mehr rechnen, steht die Welt morgen vor einem Angebotsengpass. Infolgedessen könnte es in einer Ära Trump langfristig zu einem kräftigen Anstieg der Ölpreise kommen.

In den kommenden Wochen werden die Entwicklungen weiterhin von dem am 30.11.  stattfindenden und richtungsweisenden OPEC-Treffen geprägt sein. Die Volatilität an den Ölmärkten dürfte in den kommenden Tagen daher deutlich zunehmen.


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