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18.11.16, 10:00

Renten weekly: Zinsrallye vorläufig beendet. Italien unter Druck. Yellen spricht von baldiger Zinsanhebung

Die durch den Wahlsieg des Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ausgelöste Zinsrallye hat sich in den vergangenen Tagen nicht fortgesetzt. Die zehnjährigen Renditen der T-Notes liegen derzeit bei 2,24%. Das ist unter dem nach der Wahl erreichten Höchststand von 2,30%. Bei den Bunds mit der gleichen Laufzeit sieht es ähnlich aus. Sie lagen in der Spitze bei 40 bp und nun bei 29 bp. Allmählich scheinen sich die Anleger genauere Gedanken darüber zu machen, wie die Wirtschaftspolitik Trumps aussehen könnte (siehe Seite 1). Am heutigen Tag (17.11.) hat jedoch die Fed-Chefin Janet Yellen den Renditen wieder etwas Auftrieb gegeben, indem sie davon sprach, dass eine Leitzinsanhebung „recht bald“ kommen könnte. Die Märkte haben einen derartigen Schritt beim Fed-Treffen am 14.12. nahezu vollständig eingepreist. Was könnte noch dazwischen kommen? Ein überaus schwacher Arbeitsmarktbericht Anfang Dezember würde die Fed erneut zögern lassen. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten geben darauf aber keinerlei Hinweise. Das größere Risiko sind Turbulenzen an den Finanzmärkten, die beispielsweise durch wirtschaftspolitische Äußerungen des künftigen Präsidenten Trump ausgelöst werden könnten. Wir erwarten einen Zinsschritt im Dezember und zwei weitere im Zeitraum Juli bis Dezember 2017.

In der Eurozone ist die Renditebewegung italienischer Anleihen auffällig. Die entsprechenden zehnjährigen Bonds rentieren fast auf dem Niveau der US-Anleihen, womit sich der Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bunds von 1,53% vor der US-Wahl auf 1,80% ausgeweitet hat. Der Risikoaufschlag spanischer Anleihen liegt dagegen nur bei 1,28%. Der Niveauunterschied hat mit dem schwachen Wachstum und dem fragilen Bankensektor in Italien sowie dem nahenden Verfassungsreferendum zu tun. Am 4. Dezember entscheiden die Italiener darüber, ob eine bereits vom Parlament verabschiedete Verfassungsänderung, die die Macht des Senats beschneidet und für schlankere Entscheidungsstrukturen sorgen soll, umgesetzt wird. Die Umfragen deuten auf eine Niederlage des Ministerpräsidenten Matteo Renzi hin, der die Gesetzesänderung im Rahmen seiner zahlreichen Reformpläne initiiert hat. Die Wahrnehmung der Märkte ist, dass der Trump-Sieg die Ablehnung des Verfassungsreferendums in Italien sehr viel wahrscheinlicher gemacht hat. Hinter der Spreadausweitung steht die Furcht, dass vor allem die populistische Partei Movimento 5 Stelle des Komödianten Beppe Grillo an Einfluss gewinnt, während die Macht des Reformers Renzi erodiert.

Dieses von politischer Unsicherheit geprägte Umfeld ist nicht dazu angetan, die Zinsrallye der vergangenen Tage bei den Bunds ungebremst fortzusetzen. Vielmehr dürften Flucht-in-Sicherheit-Bewegungen etwaige Aufwärtsbewegungen bei den  Bundrenditen dämpfen. Störfeuer kann aus den USA kommen, insbesondere falls sich die Anzeichen eines groß angelegten Infrastrukturprogramms verdichten sollten.


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