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18.11.16, 14:30

Öl weekly: OPEC-Abkommen in Sicht, jedoch nur auf dem Papier

In der vergangenen Berichtswoche gerieten die Spekulationen über ein mögliches OPEC-Abkommen wieder in den Fokus der Marktteilnehmer. Die Ölpreise (Brent) schwankten in einer Spanne von 43,6 US-Dollar/Barrel bis 47,5 US-Dollar/Barrel schwankten. Aktuell notiert der Ölpreis bei 46,8 US-Dollar/Barrel und somit im Wochenvergleich um knapp 5% zu.

Auslöser für diesen Preissprung waren Nachrichten, wonach die Ölproduzenten zwei Wochen vor der halbjährlichen OPEC-Sitzung am 30. November in Wien mit zunehmendem Ernst versuchen ein Abkommen über Förderkürzungen zustande zu bringen. Abweichend von unserer bisherigen Meinung dürfte dies der OPEC auf dem Papier auch gelingen. Die OPEC wird sich auf Förderkürzungen einigen, die eine Einschränkung bzw. das Einfrieren der Fördermenge ab dem 1. Januar des kommenden Jahres vorsieht. Der Grund liegt hierbei vor allem in der Angst, dass die Ölpreise weiter abrutschen, müsste man ein Scheitern der Gespräche eingestehen. Ohne Einigung besteht die Gefahr, dass die Ölpreise ausgehend von dem erreichten Dreimonatstief von 43,6 US-Dollar/Barrel,  um weitere 5 US-Dollar/Barrel fallen dürften. Aus unserer Sicht sprechen drei Gründe dafür, dass das bevorstehende Abkommen keinen nachhaltigen Preiseffekt haben wird:

  1. Die Historie lehrt uns, dass getroffene Vereinbarungen der OPEC-Staaten bisher immer nur halbherzig umgesetzt wurden. Dies war auch dann der Fall, wenn konkrete Förderquoten für die einzelnen Länder Bestandteil der Abkommen waren. Eine Analyse vorheriger Abkommen zeigt, dass die Fördermenge durchschnittlich zwischen 600 – 700 Tsd. Barrel/Tag höher lag, als dies in den Abkommen vereinbart wurde. Führt man die Politik der Vergangenheit weiter, wäre die geplante Kürzung von bis zu 800 Tsd. Barrel/Tag nicht zu erreichen.
  2. Eine Beteiligung der gesamten russischen Ölindustrie halten wir für unwahrscheinlich. Die russischen Ölfirmen, u.a. Lukoil haben in den vergangenen Wochen neue Greenfield Investments (d.h. neue Förderquellen) angefahren. Ein Einfrieren der Fördermenge wäre daher kritisch
  3. Der Hauptprofiteur des kurzeitigen Ölpreisanstiegs war die US-Schieferölindustrie. Diese hat nach der Ankündigung der OPEC ein Abkommen zu schließen ihre Investitionstätigkeit kräftig  erhöht. Seit Anfang August stieg die Anzahl der aktiven Bohrköpfe in den USA um 70 an. Weiterhin gibt es in den Schieferölregionen rund 5000 stillgelegte Bohrlöcher, die bei Preisen oberhalb von 50 US-Dollar/Barrel ohne weiteres wieder angezapft werden können und die Preise wieder drücken werden.

Weiteren Auftrieb erhielten die Rohölpreise aus China, wo die Produktion im Oktober weiter rückläufig war. Die Förderung erreichte im Oktober mit 3,8 Mio. Barrel/Tag das niedrigste Niveau seit 2009, da man es offensichtlich für günstiger hält den Bedarf an Rohöl zu importieren. Ein deutlicher Aufbau der US-Rohölvorräte konnte dem Preisanstieg nicht nachhaltig entgegenwirken. Laut US-Energieministerium stiegen die Lagerbestände um 5,2 Mio. Barrel in der letzten Woche an.  Ursächlich für den kräftigen Anstieg waren wieder kräftig gestiegene Importe, während die US-Förderung in der vergangenen Woche marginal rückläufig war.

In den kommenden beiden Wochen dürften die Ölmärkte weiter das kommende OPEC-Treffen im Fokus haben und sich entsprechend der Gesprächslage entwickeln. Ein Rückfall der Preise auf das Niveau der Vorwoche sowie ein kurzfristiger Anstieg auf 50 US-Dollar/Barrel halten wir für gleich wahrscheinlich.


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