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07.10.16, 13:15

Öl weekly: Fortsetzung des Höhenflug durch Hurrikan Matthew

Preissenkung Saudi-Arabiens erhärtet Zweifel am Abkommen. Höhenflug dürfte sich aufgrund von Hurrikan Matthew zunächst fortsetzen.

Die Rohölpreise konnten in der vergangenen Woche weiter kräftig zulegen und ihren Höhenflug fortsetzen. Gestützt wurden die Preise vor allem durch das geplante OPEC Abkommen bezüglich Produktionseinschränkungen um 800 Tsd. Barrel/Tag. Die Nordseesorte Brent legte im Wochenvergleich um rund 2,5 US-Dollar/Barrel auf 51,6 US-Dollar/Barrel zu. Zwischenzeitlich notierten die Preise nahe dem Jahreshöchstwert von Anfang Juni. 

Gestützt wurde die Preisrallye zudem von den gestern (5.10.) gemeldeten offiziellen US-Lagerbestandsdaten. Die Energy Information Administration (EIA) vermeldete überraschend einen Rückgang der Rohölreserven um 2,3 Mio. Barrel in der vergangenen Woche. Erwartet wurde dagegen ein Aufbau der Bestände um 1,1 Mio. Barrel. Ausschlaggebend für den Abbau letzte Woche waren abermals die Importe, die um gut 125 Tsd. auf nur noch 7,7 Mio. Barrel pro Tag zurückgefallen sind. Die Zahlen seit Ende August deuten im Trend auf wieder abnehmende Importe in die USA hin, nachdem sie zuvor 10 Monate lang zulegten. Damit haben sie zu den überdurchschnittlich gut gefüllten Rohöltanks in den USA beigetragen. Zudem war die US-Rohölproduktion in der vergangenen Woche leicht rückläufig und hat somit ebenfalls zum Rückgang bei den Lagerbeständen beigetragen. Allerdings dürften die Produktionsdaten bald höhere Werte anzeigen, nachdem die Zahl der aktiven Bohrköpfe seit Ende Mai um 109 angestiegen ist, das entspricht einem Plus von fast 35%.

Wir erwarten, dass die Ankündigung der OPEC ihre Produktion zu kürzen, die Investitionstätigkeit im US-Schieferölsektor verstärken wird. Insbesondere in der Permian-Region, die größte US-Schieferölregion, dürfte die Investitionsdynamik bei Preisen um 50 US-Dollar/Barrel kräftig zunehmen. Angesichts dessen haben wir Berechnungen angestellt, wie sich die durchschnittliche Tagesproduktion in den USA im kommenden Jahr bei verschieden hohen Ölpreisen entwickeln könnte.  Demnach dürfte die Produktion bei einem Preis von 55 US-Dollar/Barrel um 400 Tsd. Barrel/Tag höher liegen. Bei 60 US-Dollar/Barrel, das ist der Preis, bei dem praktisch Jedermann in den USA wieder zu fördern beginnt, erwarten wir einen Anstieg der US-Förderung auf 800 Tsd. Barrel/Tag.

Die OPEC könnte somit in Kürze vor dem gleichen Dilemma wie vor zwei Jahren stehen. Der Erfolg des OPEC-Abkommens erscheint uns aus diesen Gründen zweifelhaft, da die OPEC-Staaten mit diesem Abkommen nicht nur Marktanteile einbüßen, sondern auch die Ölpreise auf relativ niedrigem Niveau halten werden. Dies sollte die ärmeren OPEC-Länder, die  am stärksten auf das Abkommen gedrungen haben, am stärksten treffen. Dies dürfte auch Saudi-Arabien erkannt haben, da das Land die Preise für die November-Lieferung in die USA, Europa sowie Asien gesenkt hat. Das zeigt, dass der Marktanteilswettbewerb noch nicht beendet ist, wenn nicht sogar erst richtig in Fahrt kommt.

In der kommenden Woche dürften die Ölpreise weiter deutlich über 50 US-Dollar/Barrel notieren, da sich Hurrikan „Matthew“ derzeit auf die US-Küste zubewegt und somit die Produktion unterbrechen könnte. Zudem dürften die Importe erneut, wie schon Anfang September, einbrechen und folglich den Lagerabbau verstärken.


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