In dieser Woche ging die in der letzten Woche begonnene Erholung nur teilweise weiter. So legten die europäischen Aktienindizes mit 0,4% (DAX) und 0,78% (Eurostoxx) leicht zu, der US-amerikanische S&P 500 verlor aber 0,1% im Vergleich zum letzten Donnerstag (22.09.). Zu Beginn der Berichtswoche deutete vieles eher in Richtung neuer Turbulenzen als Erholung: Der DAX fiel zeitweilig unter die Marke von 10.300 Punkten. Beim zeitweiligen Kursrutsch kamen mehrere Dinge zusammen: Die Deutsche Bank verlor deutlich zu Beginn der Woche, als öffentlich über mögliche Staatshilfen aufgrund einer möglicherweise drohenden Zahlungsunfähigkeit gesprochen wurde; die Nachricht über den Stellenabbau der Commerzbank wurde mehrheitlich negativ aufgenommen; und die Übernahme einer großen Zahl an Flugzeugen von Air Berlin seitens der Lufthansa wurde ebenfalls mit Skepsis aufgenommen. All diese Unternehmen verloren zum Start der Woche mehrere Prozentpunkte. Eine Erholung kam an den internationalen Aktienmärkten erst am späten Mittwoch zustande, als die Märkte auf die Nachricht eines OPEC-Abkommens reagierten. In den vergangenen Jahren reagierten die Aktienmärkte oft sensibel auf Entwicklungen des Ölpreises.
Größere Bewegungen gab es in dieser Woche insbesondere in den oben diskutierten Sektoren. Im Stoxx Europe-Index, dem 600 Unternehmen aus ganz Europa angehören, legten im Vergleich zur Vorwoche vor allem die Öl- und Gas-Firmen sowie die Energieversorger zu. Während das Index-Mitglied aus dem Öl-Sektor mit dem höchsten Gewicht, Total, per Saldo immer noch 0,2% verlor, gewannen die anderen Schwergewichte BP und Shell insgesamt 3,8 bzw. 1,9% hinzu. Der Sektor legte insgesamt 1,4% zu und führte in der Woche den Index an. Die stärksten Rückgänge verzeichneten hingegen die Top-3-Banken. HSBC, die größte Bank im Index, verlor zwar nur 0,1%, die Institute Banco Santander und BNP Paribas aber 3,2 bzw. 2,8%. Hier dürften vor allem zwei Faktoren eine Rolle gespielt haben: Die Diskussionen über eine möglicherweise eintretende Zahlungsunfähigkeit der Deutschen Bank haben dem europäischen Banksektor insgesamt geschadet. Die deutsche Universalbank ist nach Aussagen des Internationalen Währungsfonds die am stärksten vernetzte Bank Europas. Gerät sie ins Wanken, nimmt die gesamte Branche – vor allem in der Eurozone – unweigerlich schaden. Andererseits wurde die Entscheidung seitens der Fed, das Zinsniveau im September nicht anzuheben, für den Bankensektor insgesamt negativ gedeutet. Eine Verlängerung des Nullzins-Umfeldes wird den Banken mittelfristig eher schaden als helfen.
Die Volatilität an den Aktienindizes hat in dieser Woche allerdings wieder abgenommen, an den Bondmärkten ist sie jedoch weiter angestiegen. In der nächsten Woche könnte es, da keine wirklich einschneidenden Events anstehen, ruhig zugehen. Sollten aber weitere Negativmeldungen aus dem Banksektor veröffentlicht werden, wird dies unweigerlich auf weitere Teile des Aktienmarktes überschwappen.
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