Der Euro präsentierte sich in den vergangenen Monaten unerwartet werthaltig und dies vor dem Hintergrund der lockersten Geldpolitik seit Bestehen der Europäischen Währungsunion. Seit seinem Tiefpunkt im April 2015 konnte der nominale handelsgewichtete Euro-Wechselkurs um 7 % zulegen. Der Blick auf die Entwicklung der sechs wichtigsten Währungen (chinesischer Renminbi-Yuan, US-Dollar, britisches Pfund, Schweizer Franken, japanischer Yen und polnischer Zloty) im handelsgewichteten Euro-Wechselkurs gibt ein differenziertes Bild. Der stärkste Impuls ging von einem Sondereffekt aus und zwar dem Brexit-Votum der Briten. Der Euro konnte gegenüber dem britischen Pfund um 20 % zulegen. Der zweitwichtigste Effekt war eine 12 %-Aufwertung des Euro gegenüber der chinesischen Währung. Hingegen blieben die Wertsteigerungen des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Schweizer Franken mit 4 % nur unterdurchschnittlich im Vergleich zur Aufwertung des handelsgewichteten Euro-Wechselkurses. Gegenüber dem japanischen Yen hat der Euro sogar um 11 % abgewertet.
Der mittelfristige Trend wird jedoch durch diese Periode der Euro-Stärke etwas verdeckt. Im April 2014 als der Euro die Marke von 1,40 EUR-USD erreichte und der EZB-Präsident Mario Draghi die Euro-Stärke beklagte, begann die Trendwende für die europäische Gemeinschaftswährung, die bis heute anhält. Seit April 2014 hat der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs um 9 % abgewertet. Die größten Belastungen für den handelsgewichteten Euro kommen dabei aus den Wechselkursen gegenüber dem US-Dollar (-17 %), dem japanischen Yen (-17 %) und dem chinesischen Renminbi-Yuan (-14 %). Die Abwertung gegenüber dem Schweizer Franken fiel mit 9 % nur durchschnittlich aus und selbst über diesen längeren Zeitraum konnte der Euro gegenüber dem britischen Pfund und dem polnischen Zloty um jeweils 4 % aufwerten.
Entgegen der jüngsten Aufwertungsphase des Euro rechnen wir noch nicht mit einer Trendumkehr und gehen von einer weiteren Euro-Abwertung aus. Der handelsgewichtete Euro-Wechselkurs dürfte über die nächsten 24 Monaten um 5 % auf 90 nachgeben. Damit wäre er allerdings noch deutlich von seinem historischen Tief aus dem Oktober 2000 bei 82 entfernt. Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt die sehr lockere Geldpolitik der EZB. Wir gehen davon aus, dass ihr Anleiheankaufprogramm bis weit in das Jahr 2017 hinein verlängert wird und die Zinswende (Hauptrefinanzierungssatz) erst im Herbst 2020 erfolgt.
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