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09.09.16, 12:39

Öl weekly: Trotz russischer Rekordproduktion steigen die Rohölpreise an. Doch Vorsicht! Rücksetzer drohen

Die Rohölpreise konnten in der vergangenen Woche wieder kräftig an Wert zulegen. Derzeit wird die Nordseesorte Brent bei 48,6 US-Dollar je Barrel gehandelt. Einerseits liegt dies an einem schwächeren US-Dollar nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten. Andererseits gab es in den vergangenen Tagen wieder vermehrt Spekulationen bezüglich eines Förderabkommens der OPEC-Staaten und Russland. Die Spekulationen kamen auf, weil die beiden größten Ölförderstaaten, Russland und Saudi-Arabien, sich am Rande des G-20 Treffens auf eine Kooperation am Ölmarkt verständigt haben. Konkrete Maßnahmen wurden dabei allerdings nicht beschlossen.

Eine Einigung auf Produktionsobergrenzen der OPEC-Staaten mit Russland auf dem vom 26. – 28.9. stattfindenden OPEC-Treffen betrachten wir als unrealistisch. Unsere Einschätzung wird durch die aktuellen Produktionsdaten einiger wichtiger Förderländer untermauert. Zum einen dürften die beiden OPEC-Länder Nigeria und Libyen, beide von schweren Unruhen und Anschlägen getroffen, kaum freiwillig bereit sein ihre Fördermenge auf dem derzeitigen Niveau zu belassen. Wie die nigerianische Regierung in dieser Woche bekanntgab, hat das Land in den letzten sechs Monaten aufgrund der Anschläge auf Pipelines  durch Boko-Haram-Terroristen rund 600 Tsd. Barrel am Tag an Ölproduktion verloren. Bei einer Stabilisierung der Lage könnten die beiden Länder zusammen bis zu 1,5 Mio. Barrel/Tag zusätzlich zum Angebot auf den globalen Ölmärkten beisteuern. Zum anderen hat Russland für den Monat August einen Anstieg der Ölförderung auf über 11 Mio. Barrel/Tag vermeldet. Und auch die OPEC selbst scheint derzeit nicht einmal die Notwendigkeit für eine Deckelung der Ölproduktion zu sehen. Diese hatte ihre Produktion in den letzten drei Wochen nämlich um rund 1 Mio. Barrel/Tag erhöht. Eine Deckelung der Produktion auf dem aktuellen Niveau würde auch nicht ausreichen, um den Ölmarkt ins Gleichgewicht zu bringen, sondern lediglich dafür sorgen, dass sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage nicht weiter öffnet.

Für Gegenwind dagegen sorgte der aktuelle Monatsausblick der US-Energiebehörde EIA. Die EIA erwartet in ihrem aktuellen Monatsausblick aufgrund der gestiegenen Bohraktivität einen weniger starken Rückgang der US-Ölförderung. So prognostiziert sie für 2016 eine durchschnittliche Rohölproduktion von 8,8 Mio. Barrel/Tag und damit 100 Tsd. Barrel/Tag mehr als noch im August erwartet wurde. Im nächsten Jahr erwartet sie eine durchschnittliche Produktionsmenge von 8,5 Mio. Barrel/Tag und damit 200 Tsd. Barrel/Tag mehr als in der Augustausgabe erwartet wurde. Technische Verbesserungen hinsichtlich größerer und besser platzierter Bohrungen sollten die Kosten der Förderung von Schieferöl weiter reduzieren. Auch von Seiten der Zulieferfirmen sind Preisnachlässe zu beobachten. Mittel- und langfristig dürften die Effizienzgewinne die Kosten der Förderung senken und die Produktion wieder anziehen lassen. Wir vermuten die durchschnittlichen Break-even Kosten für die größten Projekte im US-Schieferölsektor bei Preisen um 48 US-Dollar je Barrel bis 50 US-Dollar je Barrel.

Sobald die Spekulationen auf ein OPEC-Förderabkommen nachlassen, sollten die Ölpreise deutlich nachgegeben. Die Preiskorrektur dürfte durch die wieder in den Vordergrund rückenden Fundamentaldaten verstärkt werden. Diese deuten derzeit nämlich auf einer noch länger anhaltendes Überangebot an den weltweiten Ölmärkten hin.


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