Der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar in der aktuellen Handelswoche um 1,0% auf 1,126 zulegen. Am letzten Freitag sorgte der US-Arbeitsmarkt mit einem Stellenzuwachs von 151.000 (erwartet: 180.00) für die erste Enttäuschung nach zwei starken Vormonaten. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,9%. Einen Tag zuvor sank bereits der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe überraschend stark auf 49,4 Punkte und damit in den kontraktiven Bereich. Der ISM-Index für das nicht Verarbeitende Gewerbe fiel mit 51,4 Zählern auf den tiefsten Stand seit Anfang 2010. Die negativen Meldungen belasteten den US-Dollar insbesondere vor dem Hintergrund der nächsten Fed-Sitzung am 21. September. Wir erwarten weiterhin keine Leitzinsanhebung im laufenden Jahr und sehen uns in dieser Prognose von den aktuellen Daten gestärkt. Am heutigen Nachmittag (8.9.) kam noch die EZB-Sitzung dazu, bei der keinerlei expansive Maßnahmen verkündet wurden, was den Euro ebenfalls stützte.
EUR/GBP notiert derzeit bei 0,844, fiel also um 0,5% im Vergleich zur Vorwoche. Ursächlich für die erneute Aufwertung des Pfund war eine erstaunlich kräftige Stimmungsaufhellung in Großbritannien. Nach dem äußerst positiv ausgefallenen PMI des Verarbeitenden Gewerbes konnte auch der Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungsgewerbe deutlich zulegen und stieg von 47,4 auf 52,9. Dieser Sprung deutet darauf hin, dass die Unternehmen sich vom ersten Brexit-Schock erholt haben und realisieren, dass der tatsächliche Austritt noch eine Weile auf sich warten lassen wird (vermutlich bis zum Frühjahr 2019). Die derzeit so positive Stimmung kann sich bei ausbleibenden Investitionen allerdings ebenso schnell wieder eintrüben (s. Seite 1). Entgegen den Markterwartungen beschloss die EZB bei ihrer Sitzung am Donnerstag (08.09.) keine weiteren expansiven Maßnahmen, woraufhin der Euro aufwertete (EUR/GPB um 15:00 bei 0,848). Auch von der BoE-Sitzung kommende Woche erwarten wir keine weiteren expansiven Beschlüsse.
USD/JPY steht derzeit bei 101,7 und war diese Woche von hoher Volatilität geprägt. Am Montag hat der japanische Notenbankchef Kuroda bei einer Rede in Tokio seine Überzeugung von der derzeitigen monetären Lockerung kommuniziert und betont, dass die geldpolitischen Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft seien. Kuroda äußerte sich außerdem erstmals über die Schattenseiten der derzeitigen Niedrigzinspolitik für inländische Banken und Unternehmen, hält aber weiterhin an deren Potenzial zur Überwindung der Deflation fest. Im Zuge dessen erstarkte der Yen nach einer kontinuierlichen Abwertung. Unterstützt wurde diese Stärkung auch durch enttäuschende ISM-Indizes aus den USA. Der Index des Verarbeitenden Gewerbes lag mit 49,4 unterhalb des Wachstumsschwellenwerts von 50 Punkten. Mit 51,4 Punkten liegt auch der Wert für den Dienstleistungssektor auf einem Mehrjahrestief. Wir rechnen für die kommende Woche mit einer Aufwertung des Yen.
Der EUR/CHF beendete die Handelswoche bei 1,092. Wie erwartet konnte der Euro die Gewinne der letzten Handelswoche nicht halten und verlor gegenüber dem Schweizer Franken 0,5%. Ursache sind die anhaltenden Interventionen der Schweizerischen Nationalbank am Devisenmarkt. Die Fremdwährungsreserven der SNB haben sich im August um CHF 11 Mrd. auf CHF 626,6 Mrd. erhöht. Mit ihren Aktieninvestitionen in 6.700 unterschiedliche Unternehmen belegt die SNB laut aktuellem „Global Public Investor“ Report mittlerweile Platz acht der größten öffentlichen Investoren.
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