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09.09.16, 10:35

Aktien weekly: Bad news is good news: Fed-Zinserhöhung im September unwahrscheinlich, Aktienmärkte im Aufwind

In der Woche der EZB-Sitzung konnten die internationalen Aktienmärkte allesamt zulegen. Mit knapp 2,1% ging es mit dem Eurostoxx am stärksten nach oben, der DAX gewann 1,2% und der S&P 0,7%. Der Anstieg ist eng verbunden mit den in dieser Woche gesunkenen Renditen an den Rentenmärkten: Nach der Veröffentlichung des ISM-Indexes im Dienstleistungssektor, der mit 51,4 den schwächsten Wert seit Februar 2010 anzeigt, kam es zunächst zu Rückgängen an den Aktienmärkten. Diese wurden wieder wettgemacht als klar wurde, dass mit dieser Veröffentlichung ein Zinsanstieg im September wohl vom Tisch ist. Die aus den Fed Funds-Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung sank von knapp 33% auf 20%, was allerdings auch keine Euphorie an den Aktienmärkten auslöste. Dafür sind die Sorgen um die US-Konjunktur zu groß, denn die größte Volkswirtschaft der Welt könnte das vierte Quartal in Folge mit einem deutlich enttäuschenden Wachstum abzuschließen.

Aufgrund der Unsicherheit über die Konjunktur auf der einen Seite und – auf der anderen Seite – einer Fed, die spätestens seit dem Brexit-Votum deutlich weniger „hawkish“ agiert als ursprünglich angenommen, bewegt sich vor allem der S&P 500 derzeit ausschließlich seitwärts. Der Index hat an 41 Handelstagen keine Tagesbewegung mehr von mehr als 1% in die eine oder andere Richtung erlebt. Die Grafik unten zeigt ein ähnliches Maß für Volatilität, gemäß dem sich der S&P derzeit auf einem Volatilitätstiefstand befindet. Dargestellt ist die Differenz aus dem jeweils höchsten und dem jeweils niedrigsten Wert der vergangenen 20 Handelstage. Derzeit liegt das Minimum der letzten 20 Handelstage bei 2169, das Maximum im selben Zeitraum bei 2190 Punkten. Der Wert des S&P ist also in diesem Zeitraum  zum Handelsschluss nicht stärker als etwas über 20 Punkte geschwankt. Einen niedrigeren Schwankungswert erreichte der S&P nach diesem Maß überhaupt nur im September 2012. Diese Phase geringer Schwankungen schließt an eine besonders lange Phase hoher Volatilität von Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 an. Mit der niedrigen Volatilität könnte es allerdings in diesem Herbst schon wieder vorbei sein. Neben wichtigen geldpolitischen Entscheidungen seitens der Fed und der Bank of England bergen die nächsten Monate vor allem von konjunktureller Seite Überraschungspotenzial. So ist unklar, ob die US-Wirtschaft endlich ihre Schwächephase beendet, die britische Wirtschaft in die Rezession stürzt und wie gut die Euro-Zone den Brexit-Schock verkraftet.

Mit der Entscheidung der EZB, sowohl die Zinsen als auch Volumen und Zeitraum des Anleihekaufprogramms unverändert zu lassen, gaben die Aktienmärkte ein wenig nach. Während der Eurostoxx beinahe unverändert blieb, musste der DAX große Teile seines Wochengewinns am Nachmittag (8.9.) wieder abgeben. Allerdings verfehlt die EZB weiterhin bei weitem ihr Inflationsziel, weshalb wir mit einer baldigen Anpassung des Programms rechnen. Davon würden die europäischen Aktienmärkte tendenziell profitieren.


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