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02.09.16, 09:30

Devisen weekly: Starke Konjunktursignale von der Insel, Fed weiter unentschieden

Der EUR/USD schloss die Handelswoche mit einem Minus von 1,1% bei 1,115 ab. Yellens Rede in Jackson Hole am letzten Freitag hat der europäischen Einheitswährung nachhaltige Kursverluste beschert. Zwar brachte die Rede inhaltlich kaum Neues, doch schien sie die Anleger wieder daran zu erinnern, dass aufgrund der anstehenden US-Zinswende die Aufwertung des Euros in den letzten Wochen die fundamentale Berechtigung fehlte. Als ausgemacht gelten weitere Zinsschritte der Fed dieses Jahr jedoch noch nicht. Diese Woche sendete die US-Konjunktur gemischte Signale. Das US-Verbrauchervertrauen stieg überraschend stark von 96,7 auf 101,1 Zähler. Konterkariert wurden diese jedoch sowohl durch den Chicago als auch den Markt Einkaufmanagerindex. Beide enttäuschten die Erwartungen. Die Blicke der Fed richten sich nun auf die Arbeitsmarktzahlen für August am morgigen Freitag. Sollte der Stellenzuwachs deutlich unter den erwarteten 180.000 liegen, dürfte eine Zinsanhebung bereits im September wieder vom Tisch sein. In der Eurozone vermochten weder die schwachen Inflationszahlen (0,2% J/J) noch die stagnierende Arbeitslosenrate (10,1%), jeweils für den August, den Euro zu stützen.

In der vergangenen Woche fiel EUR/GBP um 0,6% und notierte am Donnerstag (01.09) um 10:00 bei 0,848. Nachdem schon das GfK-Verbrauchervertrauen für August eine Stimmungsaufhellung in Großbritannien andeutete (der Index stieg von -11 auf -7 Punk-te), zeigte der PMI-Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes eine regelrecht euphorische Aufbruchsstimmung an. Der Augustwert schnellte um 5 Punkte auf 53,3 und befindet sich somit wieder deutlich im expansiven Bereich. Als Reaktion verzeichnete das Pfund kräftige Gewinne (EUR/GBP um 15:00 bei 0,84). Im Gegensatz dazu stagniert in der Eurozone die Arbeitslosigkeit auf ihrem hohen Niveau von 10,1% und auch die Inflationsrate verweilt trotz ultralockerer Geldpolitik bei 0,2%. Diese schwachen Konjunkturdaten der Eurozone erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB bei ihrer Sitzung kommende Woche eine Verlängerung des QE-Programms und oder eine Ausdehnung der Kaufkriterien für Staatsanleihen beschließt.

USD/JPY steht aktuell bei 103,3. Seit der vergangenen Woche hat der Yen damit um 2,8% abgewertet. Die Rede von Fed-Chefin Yellen am vergangenen Freitag und die konkreter werdende Zinserhöhung haben den Dollar spürbar Aufwind gegeben, obgleich der genaue Zeitpunkt weiterhin offen blieb. Die von den Fed-Funds-Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung für September liegt bei 36% (4 Prozentpunkte höher als vor der Rede). Im Umfeld eines soliden Arbeitsmarkts stiegen außerdem die privaten Ausgaben in den USA erneut, um 0,3% zum Vormonat. In Japan sind die Verbraucherpreise im Monat Juli um 0,5% yoy gesunken (Kernrate +0,3% yoy). Erfreulich ist demgegenüber, dass die Arbeitslosenquote im Juli mit 3,0% auf den geringsten Stand seit über 20 Jahren gefallen ist.

Der EUR/CHF beendete die Handelswoche bei 1,097 . Die Aufwertung um 0,7% deutet auf eine temporäre Abschwächung spekulativer Kapitalbewegungen in die Schweiz hin. Die Interventionen der Schweizerischen Notenbank lagen mit CHF 1,5 Mrd CHF auf konstantem Niveau. SNB-Direktoriumsmitglied Maechler bekräftigte diese Woche, dass ein Ende der Negativzinspolitik bisher nicht absehbar ist und sich die SNB in einer Art geldpolitischer Gefangenschaft befindet. Die Schweiz dürfte daher auf absehbare Zeit der Währungsraum mit dem global niedrigsten Zinsniveau bleiben.

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