Die Aktienmärkte haben die Rede von Janet Yellen in Jackson Hole unbeschadet über-standen. Der S&P 500 liegt bei 2171 Punkten und ist im Vergleich zur Vorwoche damit nahezu unverändert. Auf europäischer Seite hingegen lief es noch einmal deutlich besser: Der Dax konnte die 10 600-Marke wieder durchbrechen und legte 0,55% zu, während der Euro Stoxx 1,67% gut machte. Mit derzeit 3046 Punkten liegt der Eurozonen-Index nun auch wieder über dem Niveau vor dem Brexit-Votum.
Die Rede von Janet Yellen in Jackson Hole verlief wie erwartet: Das „optimistische“ Bild, das in den Wochen zuvor von ihren Fed-Kollegen Dudley, Fischer, Lockhart und Wil-liams über die derzeitige US-Konjunktur gezeichnet wurde, hat sie bestätigt. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass das Zinsniveau in den USA langfristig wohl niedriger bleiben wird als vor der Krise und der Zinsanhebungspfad nur „graduell“ sein kann. Damit hinterließ sie einen einerseits optimistischen aber gleichzeitig nicht zu „hawkish“ wirkenden Eindruck, der an den Aktienmärkten gut ankam. Die vergleichsweise kleinen Verluste, die man am Freitag hinnehmen musste, wurden direkt wieder ausgeglichen. In Europa setzte sich, unterstützt durch einen etwas schwächeren Euro, im Laufe der Woche immer mehr die Idee durch, dass der Konjunkturoptimismus schwerer wiegt als die Furcht vor einem Zinsschritt. Besonders profitierten davon in dieser Woche Finanzwerte. In Europa insgesamt (Grafik unten) legten vor allem Banken kräftig zu und gewannen im Vergleich zur Vorwoche etwas über 7%. Unter ihnen konnten nicht zuletzt die deutschen Großbanken Commerzbank und Deutsche Bank mit 10,4% bzw. 9,9% Zuwachs zulegen. Dass die deutschen Banken überdurchschnittlich stark zulegten, hängt mit einem Übernahmegerücht zusammen, das in dieser Woche kursierte. Es heißt, die Deutsche Bank wolle die Commerzbank übernehmen und man habe sich zu „Geheimgesprächen“ getroffen. Die Commerzbank-Aktie stieg daraufhin stark an und liegt nun fast 30% über ihrem Niveau nach dem enttäuschenden Ergebnis des Bankenstresstests Anfang August. Ob das Gerücht sich am Ende materialisiert bleibt abzuwarten. Deutsche Bank-Chef Cryan hat das Gerücht bereits dementiert. Der Zuwachs im DAX gründet aber in dieser Woche nichts-destotrotz zu großen Teilen auf den Zuwächsen der Finanzindustrie und hier insbesondere der beiden Banken.
Von der anstehenden EZB-Sitzung in der nächsten Woche erwarten wir keine Zinssenkung und keine Ausweitung der Ankaufvolumen. Ein Brexit-Schock von erschütterndem Ausmaß – der vor einigen Wochen noch von allen Notenbanken als das größte Risiko eingeschätzt wurde – scheint mit den neuesten Datenveröffentlichungen immer unwahrscheinlicher zu werden. Die EZB ist daher nicht unmittelbar unter Zugzwang. Wir erwarten stattdessen eine Anpassung der Standards des Quantitative Easing-Programms, was als Vorbereitung für eine Verlängerung oder Ausweitung in der Zukunft gesehen werden kann (siehe Rentenmärkte). Die Aktienmärkte würden davon tendenziell profitieren, wenn eine solche Anpassung als expansives Signal gesehen wird.
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