Die Bank of England hat, wie mehrheitlich erwartet, auf ihrer Zinssitzung am 4. August eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf das neue Rekordtief von 0,25% beschlossen. Zudem hat sie, etwas überraschend, eine Neuauflage ihres Anleiheankaufprogramms unter Einbeziehung von Staats- und Unternehmensanleihen beschlossen. Sie beabsichtigt, 60 Mrd. Pfund an Staatsanleihen und 10 Mrd. Pfund an Unternehmensanleihen über einen Zeitraum von 6 bzw. 18 Monaten zu kaufen. Darüber hinaus hat sie angekündigt, den Banken bis zu 100 Mrd. Pfund leihen zu wollen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen die Realwirtschaft erreichen. Die BoE dürfte dabei u.a. auf die schwachen Einkaufsmanagerindizes nach dem Brexit- Votum reagiert haben. Dabei fielen die finalen Werte für das Verarbeitende Gewerbe im Juli auf 48,2 Punkte, die für den Dienstleistungssektor auf 47,4 Punkte und damit klar unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. In der Folge sanken die Renditen von 10-jährigen US-Treasuries um etwa 4 Basispunkte von 1,56% auf aktuelle 1,52 %. Etwas milder fiel der Rückgang der Bund-Renditen aus, von - 0,05% auf etwa -0,08%.
Vor der Zinsentscheidung der Bank of England und der wichtigen Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Juli stiegen die Renditen von Treasuries und Bundesanleihen jedoch im Wochenvergleich an. Die 10-jährigen Bunds rentierten bei -0,05, die 10-jährigen US-Treasuries bei 1,56%. Datenseitig kam dies ein wenig überraschend, denn die Veröffentlichungen aus den USA fielen nicht sonderlich überzeugend aus. Die BIP-Daten für Q2 aus den USA enttäuschten die Märkte. Nach den vorläufigen Daten verzeichnete die US-Wirtschaft ein Wachstum von 1,2% (annualisiert) und damit ein wenig mehr als die herabrevidierten 0,8% aus dem Vorquartal. Positiv stach allerdings der private Verbrauch mit einem Plus von 4,2% hervor und bildete die Stütze der US-Wirtschaft. Der ISMEinkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA im Juli fiel überraschend auf 52,6 Punkte zurück. Die Bauausgaben sanken zum dritten Mal in Folge. Zumindest der Arbeitsmarktbericht könnte jedoch richtungsweisend für die Zinsentwicklung in den kommenden Wochen sein. Beim Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft rechnen die Marktteilnehmer mit einem Plus von 171 Tsd. Stellen, nach 265 Tsd. neuen Stellen im Vormonat. Kommt es dazu, sollte die Arbeitslosenquote auf 4,8% sinken – ein Wert, mit dem die US-Notenbank zufrieden sein sollte, obwohl die Partizipationsrate in etwa genauso stark gesunken ist wie die Arbeitslosenquote.
Sollte der Arbeitsmarktbericht wie erwartet positiv ausfallen und die Spekulationen über eine Leitzinserhöhung wieder zunehmen, dürfte in der nächsten Woche wieder eine Erholung bei den Renditen zu beobachten sein. Allerdings könnten nun auch die Spekulationen über weitere geldpolitische Maßnahmen der EZB stärker werden. Dies spricht dafür, dass der Abwärtsdruck auf die langfristigen Renditen eher verstärkt wird.
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