Die Renditen sind in den vergangenen Tagen leicht gestiegen. Zehnjährige Bunds haben die Nullgrenze wieder überschritten und die Pendants aus den USA rentieren bei 1,60%. Angesichts der dramatischen Entwicklung in der Türkei überrascht dies auf den ersten Blick. Allerdings hat sich die politische Lage in Großbritannien mit der neuen Ministerpräsidentin Theresa May deutlich stabilisiert, was zu der Beruhigung der Finanzmärkte beigetragen hat. Weiter scheinen die Marktteilnehmer damit zu rechnen, dass Italien und die EU-Kommission in der Lage sind, einen Kompromiss bei der Stabilisierung des italienischen Bankensektors zu finden (siehe Kommentar auf Seite 1). Die Nominierung von Donald Trump zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den USA hat die Nervosität der Anleger nicht ansteigen lassen. Vermutlich werden sich die Marktteilnehmer erst wenige Wochen vor dem Wahltermin am 8. November stärker mit diesem Thema beschäftigen. Die heutige (21.7.) EZB-Sitzung verlief relativ unspektakulär. Die EZB hat den Leitzins und den Einlagenzins erwartungsgemäß bei 0% bzw. bei -0,4% belassen. Allerdings wurde im Vorfeld darüber spekuliert, ob die EZB die Kriterien für die Ankäufe von Anleihen anpassen könnte, weil die Märkte für die anzukaufenden Bonds immer enger werden. Darüber habe man nicht diskutiert, ließ EZB-Chef Mario Draghi wissen. Die Notenbank habe in der Vergangenheit allerdings bewiesen, stets in der Lage gewesen zu sein, durch entsprechende Anpassungen das angestrebte Ankaufvolumen auch realisieren zu können. Wir rechnen mit einer Modifikation der Kriterien bei der nächsten Sitzung. Man habe sich im Übrigen mit Entscheidungen zurückgehalten, weil man noch weitere Daten abwarten wolle, nicht zuletzt um die Auswirkungen des Brexit-Votums besser abzuschätzen.
In der kommenden Woche werden die Investoren gespannt auf die Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) am 29. Juli warten. Vor allem die italienischen Banken stehen hier im Fokus. Draghi nahm indirekt auch hierzu Stellung. Notwendig sei es, einen Markt für leistungsgestörte Kredite zu entwickeln. Wenn dieser Markt nicht aufnahmefähig sei, müsse der Staat einspringen, was übersetzt wohl die Gründung von Bad Banks impliziert. Ansonsten ist in den kommenden Tagen auf die Geschäftsklimaindizes in der Eurozone und Großbritannien zu achten. Großbritanniens PMI liefert damit die erste wichtige Indikation nach dem Brexit-Votum, wie Unternehmen diesen Schock verarbeiten. Schließlich ist auf die Sitzung der Fed zu achten, wo Präsidentin Janet Yellen auf der Pressekonferenz vielleicht etwas mehr Klarheit in Bezug auf die Strategie der US-Notenbank bringen wird. Die Äußerungen dürften von „Vorsicht“ und „Abwarten“ geprägt sein, so dass die Spekulationen über eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr wahrscheinlich nachlassen werden. Insgesamt werden die langfristigen Bund-Renditen gemäß unserer Erwartung in den kommenden Tagen seitwärts tendieren.
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