Das Referendum in Großbritannien bzw. dessen Ausgang zugunsten eines Austritts aus der EU hat die internationalen Finanzmärkte auch drei Wochen später noch fest im Griff. Doch mit der Ernennung von Theresa May zur neuen Premierministerin ist in die politische Landschaft zunächst wieder etwas Ordnung eingekehrt. Dies zeigt sich an der größeren Risikobereitschaft, die an der Entwicklung der Volatilitätsindizes VIX und V2X abzulesen ist, nachdem die Volatilität in den ersten Wochen nach dem Brexit deutlich höhere Werte verzeichnete. Insbesondere die Renten- und Aktienmärkte (siehe S. 3) legten kräftig zu. Die Renditen 10-jähriger US-Anleihen stiegen im Vorwochenvergleich von 1,37% auf 1,49% und die Renditen 10-jähriger Bunds legten um 12 Basispunkte auf aktuell -0,05% zu.
Am vergangenen Freitag wurden die US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Juni bekanntgegeben. Die Zahl von 287.000 neuen Stellen im Juni übertraf deutlich die Erwartungen, während die Arbeitslosenquote jedoch um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9% stieg. Verantwortlich für diese Entwicklung war, dass sich wieder mehr Menschen als arbeitssuchend gemeldet haben. Die positiven Arbeitsmarktdaten erhöhte die aus den Fed Funds Futures abgeleitete Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt der Fed im laufenden Jahr von 10% auf 33%. Allerdings erwarten wir den nächsten Zinsschritt nicht mehr vor Ende 2017. Gestern (13.07.) wurde das Beige-Book der Fed veröffentlicht. Große Überraschungen lassen sich in dem Bericht nicht finden. Die Fed berichtet darin von einem moderaten Wachstum ohne Preisrisiken. In einigen Regionen des Landes bereite allerdings die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, Sorgen. Insgesamt werden die Aussichten in den USA als recht positiv dargestellt. Jedoch gäbe es kaum Anzeichen dafür, dass die Inflation bald zulegen könnte. Die Löhne seien allenfalls bei Fachkräften gestiegen.
Am heutigen Donnerstag hat die Bank of England (BoE) überraschenderweise keine Zinssenkung beschlossen, obwohl ihr Gouverneur Mark Carney sich nach dem Brexit-Votum dahingehend geäußert hatte. Lockerungsmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt sind dennoch nicht ausgeschlossen, insbesondere wenn die Anzeichen einer Rezession verdichten sollten.
In den nächsten Wochen könnten die Umfrageergebnisse zur Präsidentschaftswahl in den USA stärker in den Vordergrund geraten. Die Demokratin Hillary Clinton liegt in den nationalen Umfragen zwar weiterhin vorn. Allerdings hat Donald Trump von den Republikanern in den bevölkerungsreichen Staaten Florida und Pennsylvania mittlerweile die Nase vorn. An den Märkten könnte dies zu zunehmender Nervosität führen. Staatsanleiherenditen würden unter diesen Umständen noch weniger Aufwärtspotenzial haben, als die ohnehin aggressive Geldpolitik der EZB nahelegt.
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