Von dem Brexit-Schock vor drei Wochen haben sich die internationalen Aktienmärkte wieder erholt. Auf dem Kontinent und in den USA (der S&P 500 befindet sich auf einem Allzeithoch) erreichten die Werte in dieser Woche wieder die Stände von vor dem Referendum, in Großbritannien liegt der FTSE 100 sogar gut 5% darüber. In den letzten Wochen hat sich die hohe Unsicherheit, die nach dem Brexit-Votum aufkeimte, wieder gelegt. Die politische Unsicherheit scheint nun mit der als verlässlich geltenden neuen Premierministerin Theresa May für’s Erste beseitigt zu sein. Der VIX (Volatilitätsindex) hat sich seit seinem lokalen Höchstwert von 26 in etwa halbiert. In den USA kamen mit dem überraschend starken Arbeitsmarktbericht für Juni positive Konjunkturmeldungen hinzu. Gleichzeitig geben sich die großen Zentralbanken der Welt aktuell „dovish“: in den USA sind die an den Märkten beobachtbaren Wahrscheinlichkeiten für den nächsten Zinsschritt deutlich gesunken, von der Bank of England erwartete die Mehrheit der Marktteilnehmer auf dem heutigen Treffen eine Zinssenkung (was sich allerding nicht bewahrheitete). Durch diese Signale sind die Renditen an den Anleihemärkten stark unter Druck geraten. Insgesamt ergeben sich damit ein Rückgang des wahrgenommenen Risikos und deutlich gesunkene Renditen auf Vermögenswerte mit niedrigem Risiko, was optimale Bedingungen für die Aktienmärkte sind.
Der DAX hat im Vergleich zur Vorwoche um gut 5% zugelegt und die 10000er-Marke wieder überschritten. Die Grafik unten stellt den Zusammenhang zwischen Aktien, Renditen und Volatilität dar. Bei sinkenden Renditen auf sichere Anleihen (wie zehnjährige Bundesanleihen) werden Aktien attraktiver und Kurse steigen. Dies ist die typische Reaktion, wenn etwa die Zentralbank Signale expansiver Geldpolitik versendet. In Phasen sinkender Risiken (Rückgang des VIX), wie etwa im zweiten Halbjahr 2012, steigen die Kurse an den Aktienmärkten. In dieser Woche hat in den USA die Berichtssaison begonnen. Die vergleichsweise guten Nachrichten vom Metallkonzern Alcoa (der traditionell den Auftakt macht), haben dem S&P zusätzlich Auftrieb verliehen, nachdem Daimlers vorläufige und ungeprüfte Quartalszahlen bereits positiv überraschten. Am Freitag werden in den USA viele Finanzinstitute berichten und es geht in den nächsten Wochen in hohem Tempo weiter. An den Märkten wird mit einer Fortsetzung der seit einem Jahr andauernden Gewinnrezession gerechnet. Größere Enttäuschungen sind nicht ausgeschlossen: kaum ein Unternehmen hatte in seinen Berichten zum ersten Quartal das Brexit-Referendum erwähnt. Insbesondere in Europa dürfte sich dies in jenen Sektoren, die stark in Großbritannien engagiert sind, ändern. Mit der an den Aktienmärkten eingekehrten Ruhe könnte es dann wieder vorbei sein, wenn erste handfeste Meldungen für eine bevorstehende Rezession in Großbritannien oder einen deutlichen Gewinneinbruch bei den Unternehmen veröffentlicht werden. Erste Anzeichen sind etwa die in der letzten Woche veröffentlichten Einschätzungen über die wirtschaftliche Zukunft (GFK), die von -14 auf einen Wert von -29 gefallen sind, was den niedrigsten Wert seit 2012 bedeutet.
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