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08.07.16, 09:00

Devisen weekly: Pfund weiter im freien Fall, risikoarmer Yen bei Anlegern beliebt.

EUR/USD gab in der vergangenen Woche leicht auf 1,108 nach. Der Euro wird dabei zunehmend durch den bevorstehenden Brexit und die Sorge um Italiens Banken belastet. Wie stark sich die Erwartungen eingetrübt haben, werden die anstehenden Juli- Umfragen zeigen. Sollte sich die Konjunktur abkühlen, gerät die EZB zunehmend unter Zugzwang, die derzeit bestehenden Regeln zum Ankauf von Anleihen zu lockern oder das Ankaufprogramm zumindest zu verlängern. Die US-Wirtschaft zeigte sich in den vergangenen Wochen zwar durchwachsen, dürfte im zweiten Quartal aber dennoch an Fahrt gewonnen haben. Auch das Ausbleiben eines Zinsschrittes in diesem Jahr dürfte das Wachstum begünstigen. Aufgrund der turbulenten Zeiten für Europa sehen wir weiterhin Abwärtsdruck für den Euro.

EUR/GBP stieg in der vergangenen Woche weitere an und notiert nun bei 0,855, was einer Aufwertung des Euro von 3,4% im Vorwochenvergleich entspricht. Zudem erreichte GBP/USD ein 30-Jahrestief. In Großbritannien sind nun die ersten unmittelbaren Folgen des Brexit spürbar, insbesondere im Immobiliensektor. Drei der größten Immobilienfondsanbieter wurden vom Handel ausgesetzt, da diese ihre Anleger nicht mehr ausbezahlen konnten. Auch die BoE zeigte sich über die Finanzmarktstabilität besorgt und verschob die geplante Einführung eines antizyklischen Kapitalpuffers für Banken auf Mitte 2017. Nach der ersten Abstimmungsrunde über Camerons Nachfolge für den Parteivorsitz gilt Theresa May nun als Favoritin. Diese setzt sich für ein gemäßigtes und behutsames Vorgehen bei den Austrittsverhandlungen ein, was prinzipiell positiv für das zukünftige Verhältnis zur EU wäre. Die derzeit so lähmende Unsicherheit würde mit Mays Ernennung aber kein schnelles Ende finden. Die derzeitigen Entwicklungen und Risiken dürften das Pfund weiterhin drücken.

USD/JPY steht aktuell bei 100,76, der Kurs nahm damit um 1,8% ab. Der Yen wird als sicherer Hafen wieder stark nachgefragt. Die Märkte haben letzte Woche, nach der Brexit-Entscheidung, aufgeatmet, sind jedoch noch nicht auf alte Niveaus zurückgekehrt. Diese Woche ist die Stimmung in Japan etwas angespannter: Einerseits aufgrund der Unsicherheit bezüglich der Entwicklungen in Großbritannien, andererseits fällt ein besorgter Blick auf den italienischen Bankensektor. Der Tankan-Bericht im Juli hielt sich bei den 6 Punkten des vorigen Quartals, der Wert für alle japanischen Unternehmen zusammen hat sich allerdings leicht eingetrübt. Kommende Woche dürfte der Yen weiter aufwerten.

EUR/CHF liegt derzeit bei 1,0812. Damit hat der Schweizer Franken seit der Vorwoche gegenüber dem Euro um 0,7% aufgewertet, hält sich aber recht stabil. Auch in dieser Woche ist ein deutlicher Anstieg der bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hinterlegten Sichteinlagen zu verzeichnen. Die der inländischen Banken stiegen im Vergleich zur Vorwoche um 6,8 Mrd. auf 430,4 Mrd. sfr. Typischerweise steigen die Sichtguthaben nach SNB-Eingriffen an, jedoch verstärkte der ungewohnt offene Umgang mit den geplanten Interventionen die Wirkung zusätzlich. Zudem wurden Devisen im größten Umfang seit Aufhebung des EUR/CHF Mindestkurses gekauft. In der kommenden Woche ist mit einer weiteren Aufwertung des Schweizer Franken.

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