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12.06.16, 08:01

Devisen monthly: EUR/USD - Fed verschiebt Juni-Zinsschritt, EZB hält Füße still

EUR/USD notiert derzeit bei 1,137, was einer Abwertung des Euro von 1,0% im 5-Wochenvergleich entspricht. Den Mai über hat der Dollar von 1,15 aus konstant aufgewertet bis zu einem Stand von 1,11 Ende Mai, sprang dann in der ersten Juniwoche allerdings wieder auf 1,137. Erklären lässt sich die Volatilität hauptsächlich durch sich ändernde Erwartungshaltungen über den nächsten Fed-Zinsschritt. War bis letzte Woche die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juni an der Chicagoer Terminbörse CME  noch bei ca. 30% gepreist, sank diese nach der Veröffentlichung schwacher US-Arbeitsmarktzahlen auf 4%. Laut dem offiziellen Arbeitsmarktbericht wurden im Mai nur 38.000 neue Stellen im nichtlandwirtschaftlichen Sektor geschaffen, anstatt wie erwartet knapp 160.000. Zudem wurden die Werte für März und April stark nach unten revidiert (zusammen um 59.000). Außerdem fiel der ISM-Index für Dienstleistungen in den USA im Mai um 2,8 Punkte auf 52,9. Zwar ist die Arbeitslosenrate auf 4,7% zurückgegangen, Grund hierfür ist allerdings ein Rückgang der Partizipationsrate auf 62,6%, der tiefste Stand seit 40 Jahren. Da sich die Fed in letzter Zeit stets datenabhängig gegeben hat und die Bedeutung des Arbeitsmarktes hervorgehoben hat, dürfte nach diesen enttäuschenden Zahlen der Juni-Zinsschritt vom Tisch sein. Dies wurde in der Rede von Fed-Präsidentin Yellen in Philadelphia bestätigt, bei der sie eine Zinserhöhung in den nächsten Monaten nicht mehr (wie in der vorherigen Rede) erwähnte, sich aber dennoch vorsichtig optimistisch zur US-Konjunktur gab.

In der Tat sollte man die auf den ersten Blick sehr negativen Zahlen nicht überbewerten. Der geringe Zuwachs an neuen Stellen wurde durch einen 6-wöchigen Streik eines großen Telefonanbieters intensiviert, der ISM-Index für Dienstleistungen liegt genau wie der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe (51,3) immer noch über der Expansionsschwelle und die geringe Arbeitslosenrate verheißt stärkeren Preisdruck, was die derzeitige Inflation von 1,1% (CPI) noch weiter steigen lassen dürfte. Zudem hat die Fed in den letzten Wochen den Eindruck vermittelt, dass sie sich über mögliche negative Effekte einer zu lang andauernden Niedrigzinsphase bewusst ist. Daher gehen wir von einer Zinserhöhung im dritten Quartal aus, wobei ein möglicher Brexit und dessen Folgen als Risikofaktoren verbleiben. Des Weiteren herrscht Verunsicherung vor der diesjährigen US-Präsidentschaftswahl, bei der Clinton nun wohl vermehrt das direkte Duell mit Trump suchen wird.

Doch auch die Euphorie in der Eurozone hält sich in Grenzen. Besorgniserregend ist insbesondere der drohende Brexit. Laut jüngsten Umfragen haben Brexit-Befürworter etwas aufgeholt. Belastend ist zudem die niedrige Inflation, die im Mai weiter negativ bei -0,1% (HVPI) im Vergleich zum Vorjahr lag. Die EZB bekräftigt aber weiterhin, dass sie fest an die Wirksamkeit ihrer Maßnahmen glaubt, diese allerdings Zeit benötigen um ihre Wirkung zu entfalten. Sollte die Inflation weiterhin bei 0% verweilen, kommen weitere Lockerungsschritte der EZB in Betracht. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zeigte sich mit saisonbereinigten 0,6% qoq allerdings im ersten Quartal sehr solide. Besonders positiv hat sich dabei das Wachstum Deutschlands und Frankreichs gezeigt. Ob Frankreich weiter positiv überzeugen kann wird auch durch die Umsetzung der Arbeitsmarktreform beeinflusst, welche zuletzt auf massive Proteste gestoßen ist und Präsident Hollande unter Druck setzte.

Die nächsten Wochen könnten aufgrund der näher rückenden Brexit-Abstimmung und Unsicherheiten in Bezug auf die US-Zinswende einiges an Volatilität bringen. Besondere Bedeutung dürfte weiterhin den US-Konjunkturdaten beigemessen werden, da eine anhaltende Schwäche des US-Arbeitsmarktes eine baldige Zinserhöhung in Frage stellen würde.


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