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12.06.16, 15:06

Devisen monthly: EUR/CHF - SNB interveniert weiter, Franken weiterhin stabil

Das Währungspaar Euro Franken wies in den vergangenen 5 Wochen sehr geringe Volatilität auf und notiert derzeit bei 1,096, was einer Veränderung im 5-Wochenvergleich von -0,1% entspricht. Wie der Franken befand sich auch die Schweizer Wirtschaft in eher ruhigem Fahrwasser. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz konnte im April ihr starkes Niveau nochmals leicht verbessern und sank auf 3,5%. Ebenso konnte sich der Einkaufsmanagerindex PMI weiter verbessern und stieg im Mai auf 55,8 Punkte.  Auch die Indikatoren im ersten Quartal waren generell positiv. Vor diesem Hintergrund überrascht der niedrige BIP-Zuwachs im ersten Quartal von nur 0,1% qoq, der deutlich unter den Erwartungen von 0,3% lag, worauf der Wechselkurs allerdings nur geringfügig reagierte. Ursächlich hierfür waren neben gekürzten Staatsausgaben auch weitere Nachwirkungen der massiven Frankenaufwertung zu Beginn letzten Jahres. Insbesondere das Gastgewerbe und der Finanzsektor erfuhren deutliche Rückschläge. Problematisch bleibt auch die niedrige Inflation, die seit 2014 negativ ist und im Mai bei -0,4% yoy (CPI) lag. Sollte der Franken im Zuge eines Brexit deutlich aufwerten, droht eine noch stärkere Deflation.

Dass der Franken über Wochen hinweg eine derart geringe Volatilität aufweist, liegt u.a. an Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese hat durch ihre Interventionen im April den Eindruck vermittelt, dass sie eingreift, sollte EUR/CHF auf Werte unter 1,10 fallen, was die SNB im Mai auch getan hat. Die Devisenreserven haben sich im Mai um 14,5 Mrd. auf 602,1 Mrd. Franken erhöht. Die Schweizerische Notenbank scheint also weiterhin die negativen Auswirkungen auf Inflation und Wirtschaftswachstum eines zu starken Franken zu fürchten. Sollte es allerdings zu einem Brexit kommen, würde der Franken als sicherer Hafen stark gewinnen. In diesem Fall könnte die SNB der Aufwertung des Franken wohl nicht viel entgegensetzen, da der Aufwertungsdruck zum einen zu stark wäre und zum anderen der Spielraum der SNB durch ihre bereits sehr hohen Devisenreserven eingeschränkt ist. Erste Anzeichen, dass die Brexit-Abstimmung größere Volatilität bringen wird, zeigte sich möglicherweise schon in den letzten Tagen als der Franken auf unter 1,10 aufwertete.

Die Entwicklung des Währungspaars in den kommenden Wochen wird wohl vor allem durch die Brexit Thematik geprägt und weniger durch neue Schweizer Konjunkturdaten. Die SNB wird aber bemüht sein den Wechselkurs zumindest konstant zu halten.


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