EUR/USD: Der Euro konnte vergangene Woche im Vergleich zum Dollar um 1,8% aufwerten und steht nun bei 1,140. Grund für die Aufwertung des Euros waren schwache US-Arbeitsmarktdaten. So konnten im Mai nur 38.000 neue Stellen im nichtlandwirtschaftlichen Sektor geschaffen werden (erwartet: 160.000) und auch die Daten für März und April wurden nach unten revidiert. Nach diesen enttäuschenden Daten dürfte eine Juni Zinserhöhung vom Tisch sein, was durch Äußerungen von Fed-Präsidentin Yellen ebenfalls impliziert wurde. Weitere Indikatoren deuten aber weiterhin auf eine moderate Erholung der US-Wirtschaft hin. Daher ist eine Zinserhöhung im dritten Quartal durchaus angebracht, auch wenn die Entscheidung letztendlich wohl von der Brexit-Abstimmung und weiteren US-Konjunkturdaten abhängen wird. Diese Risikofaktoren dürften in den kommenden Wochen für einige Volatilität sorgen.
EUR/GBP stieg im Wochenverlauf von 0,7753 auf 0,7855, was einer Abwertung des Pfund von 1,3% entspricht. Das Pfund setzte damit seine Schwächephase fort. Grund dafür ist die weiterhin unklare Umfragesituation vor dem britischen EU-Referendum am 23. Juni. Trotz der Belastung durch das anstehende EU-Votum konnte die britische Industrieproduktion im April um 2% im Vergleich zum Vormonat steigen. Das Wirtschaftswachstum der Eurozone betrug in Q1 2016 0,6 qoq (1,7% Jahreswachstum), sodass das Wachstum höher ausfiel als erwartet. In der kommenden Woche dürfte sich das Pfund vor dem Hintergrund des Kopf-an-Kopf-Rennens der Brexit-Befürworter und Brexit-Gegner weiter abschwächen.
USD/JPY fiel im Berichtszeitraum von 109,24 auf 106,74, was einer Abwertung des Dollars von 2,3% entspricht. Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten der letzten Woche und die damit einhergehenden Zweifel über eine Zinserhöhung der US-Notenbank im Juni sorgten für die scharfe Abwertung des US-Dollar. Fed-Chefin Yellen untermauerte dagegen den positiven Ausblick für die US-Konjunktur und bekräftigte ihre grundsätzliche Bereitschaft zu höheren Zinsen. Dennoch rechnen wir aufgrund der schwachen Arbeitsmarktdaten erst in Q3 mit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank. Zeigt sich die Fed-Präsidentin Yellen auf der Pressekonferenz im Anschluss an das Juni-Meeting „hawkish“, sollte der Dollar seine Verluste der Vorwoche revidieren und zulegen können.
EUR/CHF notiert momentan bei 1,093, also 1,2% niedriger als in der Vorwoche. Aufschlussreich war insbesondere der Stand der Devisenreserven. Diese sind im Mai nochmals kräftig um 14,5 Mrd. auf 602,1 Mrd. Franken gestiegen. Der starke Anstieg der Devisenreserven lässt vermuten, dass die extrem geringe Volatilität des Franken im Mai auf Interventionen der SNB zurückzuführen ist. Die SNB fürchtet einen zu starken Franken aufgrund der negativen Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum und Inflation. Insbesondere die Konsumentenpreisinflation kann seit geraumer Zeit nicht anziehen (-0,4% yoy im Mai). Ob es der SNB weiterhin gelingt den Wechselkurs stabil zu halten, ist fraglich, da der Franken als sicherer Hafen zunehmend Rückenwind erhalten dürfte. Der Anfang dieser Entwicklung könnte sich diese Woche gezeigt haben, als EUR/CHF unter 1,10 fiel. Für die kommenden Wochen hat der Franken weiteres Aufwertungspotenzial.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
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