Die zuletzt veröffentlichten US-Konjunkturdaten hatten positive Signalwirkung: So ist die Industrieproduktion im April mit 0,7% stärker als erwartet im Vergleich zum Vormonat gestiegen, nachdem sie in den Vormonaten jeweils rückläufig war. Zudem hat die Kapazitätsauslastung spürbar auf 75,4% zugelegt, und die Baugenehmigungen und -beginne konnten gegenüber dem Vormonat Zuwächse verzeichnen. Dazu kommt, dass die Jahresrate der Konsumentenpreise im April von 0,9% auf 1,1% anzog, was auf die gestiegenen Benzinpreise zurückzuführen ist. Das hat zusammen mit Äußerungen von US-Notenbankern einen moderaten Zinsanstieg bei den amerikanischen Staatsanleihen ausgelöst. Diese hatten betont, dass die durch den Ölpreisanstieg bedingten höheren Inflationsraten die Fed durchaus zu Leitzinsanhebungen bewegen könnten. Obwohl die Notenbanker derzeit nicht im FOMC (Offenmarktausschuss) stimmberechtigt sind, stiegen die Markterwartungen in Bezug auf weitere Zinsschritte. Das Protokoll der Fed-Zinssitzung von Ende April deutete ebenfalls die Möglichkeit einer nächsten Zinssteigerung bereits im Juni an, wenn die Datenveröffentlichungen es hergeben. In diesem Zusammenhang sollten der Arbeitsmarktbericht für Mai, die kommenden Inflationszahlen sowie die Entwicklung des weltwirtschaftlichen Umfeldes von besonderer Bedeutung sein. Da die Fed einen Zinsschritt im Juni noch nicht verbal vorbereitet hat und sie nicht für eine Überraschung am Markt sorgen möchte, sind die anstehenden Redetermine der US-Notenbanker genau auf entsprechende Hinweise zu verfolgen. Die Minutes haben den Renditeanstieg der Treasuries noch verschärft, so dass sich dieser bei den 2jährigen T-Notes auf 15 bp und bei den 10jährigen auf 10 bp belief. Dies führte auch zu einer leicht höheren Verzinsung der Bunds.
In der kommenden Woche sollte sich der Fokus wieder mehr in Richtung Eurozone verschieben. Am 24. Mai treffen sich die Euro-Finanzminister, um möglichst zu einer Einigung in Bezug auf die Auszahlung weiterer Finanzhilfen für Griechenland zu kommen. Konsens herrscht darüber, dass Athen die verlangten Spar- und Reformmaßnahmen weitgehend verabschiedet hat, und auch beim Vorratsmechanismus (also quasi automatischen zusätzlichen Sparanstrengungen bei Verfehlung der Haushaltsziele) rückt eine Einigung näher. Schwierig ist die Verständigung über Schuldenerleichterungen für Griechenland. Diese sind eine zentrale Bedingung des IWF für eine Beteiligung an neuen Hilfskrediten. Die Euro-Länder haben ein großes Interesse an einer Unterstützung des IWF, doch insbesondere Deutschland möchte sich nicht auf allzu weitreichende Schuldenerleichterungen für Griechenland einlassen. Das dürfte allerdings notwendig sein, um eine Beteiligung des IWF an den Krediten zu erreichen. Darüber hinaus stehen mit den Einkaufsmanagerindizes, dem ifo Geschäftsklimaindex sowie den einzelnen Komponenten des deutschen BIP in Q1 wichtige Datenveröffentlichungen auf der Agenda. Sollte sich eine Zinsanhebung der Fed im Juni konkretisieren, ergäbe sich dadurch Aufwärtsspielraum für die Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks.
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