EUR/USD: Euro wertet weiter auf. US-Konjunktur schwächelt, Euroraum übertrifft Erwartungen.
In den vergangenen 6 Wochen konnte der Euro im Vergleich zum Dollar weiter aufwerten und notiert jetzt bei 1,148. Dies entspricht einer Aufwertung des Währungspaars EUR/USD von 1,7%. Grund für die anfängliche Abwertung des Dollars Ende März war die Ankündigung von Fed-Präsidentin Yellen, zukünftige geldpolitische Maßnahmen nur unter großer Vorsicht anzugehen, womit sie die geplante Zinserhöhung im April aus dem Gespräch genommen hat. Die anschließende Aufwertung des Dollars Mitte April war geprägt durch starke Zahlen des US-Arbeitsmarktes. So wurden im März 215.000 neue Stellen im nicht-landwirtschaftlichen Sektor geschaffen und durchschnittlich nur 256.000 neue Arbeitslosenanträge im April (gleitender 4-Wochendurchschnitt bis 22.04) gestellt.
Doch trotz des robusten Arbeitsmarktes zeigte sich gegen Ende des Monats, dass die US-Wirtschaft die hohen Erwartungen nicht erfüllen kann. So gehen erste Schätzungen des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal 2016 nur von 0,5% (qoq, annualisierte Rate) aus, nach 1,4% im vorherigen Quartal. Für März fiel zudem die Industrieproduktion um 0,6% mom, die Inflationsrate betrug nur 0,9% yoy und auch von der Baubranche gingen mit nur 1,09 Mio. annualisierten Baubeginnen (Erwartung: 1,67 Mio.) negative Impulse aus. Zudem sank der wichtige ISM-Geschäftsklimaindex für April überraschend stark von 51,8 auf 50,8. Auf die schwachen Konjunkturdaten nahm auch die Fed bei ihrer April-Konferenz Bezug. Die momentanen Risiken für die Weltkonjunktur und deren Folgen wurden zwar nicht mehr erwähnt, dafür wurde aber auf die langsame wirtschaftliche Erholung im eigenen Land verwiesen. Die Fed hat zudem deutlich gemacht, dass sie die aktuellen Daten wesentlich positiver deutet als der Markt und verwies erneut auf den soliden Arbeitsmarkt. Die Tür für eine Zinserhöhung im Juni steht demnach offen, bleibt aber von den Konjunkturdaten der nächsten Wochen abhängig.
Die Eurozone konnte sich im ersten Quartal 2016 deutlich stärker erholen als erwartet. Das BIP expandierte um 0,6% gegenüber dem Vorquartal und somit stärker als die gesamte EU. In Relation wuchs auch Großbritannien mit 0,4% langsamer. Insbesondere die von Eurostat berechneten Arbeitslosenquoten zeigten eine positive Entwicklung. In Italien und Frankreich gab es jeweils einen Rückgang um 0,2% auf 11,4% bzw. 10% und auch in Deutschland (4,2%) und Spanien (20,4%) gab es Rückgänge um 0,1%. Besorgniserregend bleibt die niedrige Inflationsrate, die im April sogar auf -0,2% gegenüber dem Vorjahr sank. Allerdings ist zu erwarten, dass sich durch eine verbessernde Konjunkturlage und steigende Energiepreise bald ein Anstieg des Preisniveaus abzeichnen wird.
Wir erwarten weiterhin, dass sich die wirtschaftliche Erholung in den USA fortsetzen wird und sich die Inflationsrate, auch aufgrund wieder steigender Energiepreise, dem Ziel von 2% annähern wird. Sollte die Fed das Leitzinsniveau im Juni auf 0,5%-0,75% anheben und im Dezember einen weiteren Schritt unternehmen, sind wir der Meinung, dass der US-Dollar zum Jahresende wieder auf 1,08 aufwerten wird.
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