Eigentlich lief es an den Finanzmärkten in den letzten Wochen gut: Der Deutsche Aktienindex DAX hat sich zwischen 9.500 und 10.000 Punkten eingependelt. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen nahm wieder die Nulllinie ins Visier, d.h. die Kurse von Bunds sind kräftig angestiegen.
An den Rohstoffmärkten kommt es langsam wieder zu vorsichtigen Preisanstiegen. Aber richtig zuversichtlich stimmen die jüngsten Anstiege nicht, denn die Aussichten für die kommenden Monate und Quartale lehren Bescheidenheit.
Anleger und Analysten müssen lernen, sich im derzeitigen Umfeld mit wenig zufrieden zu geben: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel - aber sie wachsen. Die Weltwirtschaft expandiert, die Arbeitslosigkeit geht zurück. Und selbst in dem für viele als Negativbeispiel geltenden Japan, welches feststeckt im Sumpf des Nullwachstums und der Nullinflation, erreichen die Menschen Jahr für Jahr mehr Wohlstand, wenn man das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als Messgröße nimmt. Dass die Wirtschaftsleistung in Japan nicht nennenswert steigt, wird dadurch relativiert, dass es immer weniger Japaner gibt. Es ist nur eine Frage der Perspektive.
Auch in anderen Industrienationen wie in Deutschland gibt es kein Bevölkerungswachstum mehr, was für sich genommen weniger Wirtschaftswachstum und weniger Inflation bedeutet. Eine wirkliche Besserung ist hier erst mit einer neuen Basisinnovation (wie der Dampfmaschine, dem Auto oder der Informationstechnologie) zu erwarten, die unsere Produktivität wieder nachhaltig erhöht und das Wachstum beschleunigt. Eine solche wird wohl irgendwann kommen, aber ziemlich sicher nicht in den nächsten Monaten.
Bis dahin leben wir in der "neuen Normalität", in der Konjunktur und Kapitalmärkte mal einen Schritt nach links, mal einen nach rechts machen. Pessimisten sagen, das ist schlecht, denn es geht nicht aufwärts. Optimisten sagen, das ist gut, denn es geht nicht abwärts.
Realisten finden sich damit zurecht und sind zufrieden. Nur die Notenbanken schaffen es nicht, sich in Bescheidenheit zu üben. Die Europäische Zentralbank hat seit März noch einmal einen Zahn zugelegt, und die US-Notenbank steht recht verkrampft auf dem Gaspedal. Die potenziellen Gefahren sind hinlänglich bekannt, die Wirkung der Maßnahmen lässt nach. Andererseits wäre die Weltwirtschaft ohne den intensiven Einsatz der Notenbanken in den vergangenen Jahren vermutlich dem Abgrund einige Schritte näher, wenn nicht sogar schon abgestürzt.
Auch das ist also eine Frage der Perspektive.
Sich mit weniger zufrieden zu geben, lautet das Motto in diesem Umfeld für die Anleger. "Weniger" soll aber nach Abzug der Inflation immer noch positiv sein. Daher bleibt die Inkaufnahme von einem gewissen Maß an Risiko bei der Geldanlage die überlegene Strategie. Diese kann kurzfristig durchaus deutliche Wertschwankungen bedeuten. Langfristig lohnt sich aber das Aushalten dieses Risikos mit einem breit gestreuten Wertpapierportfolio. Das wiederum ist keine Frage der Perspektive.
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