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08.04.16, 09:00

Zinsen weekly: Politische Unsicherheit spielt in die Hände der Bond-Bullen

Die zehnjährigen Bundrenditen nähern sich immer mehr der Nulllinie an. Die Gründe dafür sind vielfältig. So wirken noch die „dovishen“ Äußerungen der Fed-Präsidentin Yellen von der vergangenen Woche nach, die Aktienmärkte waren sehr schwach und die Ölpreise gingen zeitweise kräftig zurück. Wenig beruhigend dürften zudem die Meldungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) gewesen sein, der im Vorfeld der in der kommenden Woche stattfindenden Frühjahrstagung vor Problemen im Versicherungssektor warnt, der unter dem Niedrigzinsumfeld leidet. Außerdem weist er auf die zunehmende Gefahr von Ansteckungseffekten durch Krisen in Schwellenländern auf die Industrieländer hin. Die gedämpfte Stimmung an den Finanzmärkten hat in der Eurozone auch zu tun mit dem Referendum in den Niederlanden, in dem das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abgelehnt wird. Das Referendum ist zwar nicht bindend, schafft jedoch für das Verhältnis zwischen der EU und Russland neue Probleme. Polens Verfassungskrise, die mit der angestrebten Entmachtung des Verfassungsgerichts zu tun hat, zeigt zudem, dass es um Europa derzeit nicht gut bestellt ist. Diskussionen darüber, ob der IWF noch willens ist, Griechenland erneut Geld zu geben, lassen bei manchen Beobachtern die Befürchtung einer neuen Griechenland-Krise aufleben.

Und schließlich ist da noch der drohende Brexit: In der jüngsten Umfragen liegen die Europa-Gegner nur noch einen Prozentpunkt hinter den Befürwortern. Die Veröffentlichung der sogenannten Panama-Papers, die eine indirekte Involvierung von Ministerpräsident Cameron (pro Europa) offenlegen, dürfte nicht helfen. Die politische Unsicherheit in der EU wird noch ergänzt durch die in den USA, wo nach den Vorwahlen in Wisconsin der Durchmarsch von Kandidat Donald Trump vorerst gestoppt wurde. Durch den Sieg des der Tea-Party-Bewegung nahestehendem Ted Cruz ist es wahrscheinlicher geworden, dass Trump seine erforderlichen 1237 Stimmen doch nicht auf sich vereinigen kann. Es wird möglicherweise auf dem Parteitag im Juli zu Kampfabstimmungen kommen, aus denen sogar der Kandidat mit den bisher wenigsten Stimmen, John Kasich, als Sieger hervorgehen könnte.

Während also die politische Lage wenig Raum für Optimismus lässt, sehen die Konjunkturdaten zunehmend freundlich aus. Der ISM-Index in den USA hat im März locker die Expansionsschwelle von 50 genommen und liegt jetzt bei 51,8 Punkten. Auch der ISM-Index für den Dienstleistungssektor ist gestiegen (54,5 Punkte). Ende vergangener Woche bestätigten außerdem die US-Arbeitsmarkt-daten die solide Wirtschaftslage. Erfreuliche Nachrichten kommen zudem aus China, wo der offizielle PMI-Index (Industrie) wieder auf knapp über 50 Punkte stieg. Insgesamt ist damit die Lage in den drei wichtigsten Motoren der Weltwirtschaft, USA, China und Eurozone, wo die PMI-Indizes ebenfalls überzeugten, zufriedenstellend. Dennoch dürften die politischen Sorgen und hier vor allem der Brexit den Rentenbullen die Oberhand geben bzw. Renditeanstiege in den nächsten Tagen erschweren.


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